Als der Kaiser
in den Waschzuber fiel
Heitere, düstere und blutige Geschichten rund um den Würzburger Dom
Bischof Bruno
Auch Bischof Bruno (1034-1045) pflegte gute Kontakte zum kaiserlichen Hause, denn er war der Vetter von Kaiser Konrad II. Und auch ihm sollte diese Verbindung zum Kaiser ein ungutes Ende bereiten. Einmal musste Bruno den Kaiser auf einen Feldzug nach Ungarn begleiten. Auf dem Wege dorthin luden die Burgherren der in Niederösterreich gelegenen Burg Persenbeug des Kaisers Tross zum Rasten auf ihren Besitz ein.
Da es Sommer war, versammelte sich die ganze Festgesellschaft auf einer kleinen Holzterrasse im ersten Stockwerk des Schlosses. Die Terrasse füllte sich mit mehr und mehr Menschen, das in die Jahre gekommene Bauwerk ächzte und knirschte unter der Last. Doch die ausgelassenen Festgäste bekamen im allgemeinen Stimmengewirr davon nichts mit. Mit einem Mal brachen die Holzdielen zusammen und der gesamte Boden krachte unter dem aufgeregten Geschrei der Festgäste ins darunterliegende Stockwerk.
Die ganze Gesellschaft landete unsanft in der Schlosswäscherei, die gerade in vollem Betrieb war. Der Kaiser hatte viel Glück, denn er fiel mitten in einen Waschzuber und überlebte das Unglück schadlos. Sein Vetter jedoch, der Bischof von Würzburg, stürzte mit dem Kopf auf den Rand eines Waschzubers und verletzte sich schwer. Noch auf der Burg starb Bruno an den Folgen des Unfalls.