Mit der Kutsche zur Firmung

Aus all den Jahrhunderten zurückgekehrt in unsere Zeit, erblicken wir Matthias Ehrenfried auf dem Würzburger Bischofsstuhl. Im dritten Reich wirkt er als kirchentreuer Widerstandsbischof und treusorgender Seelsorger der ihm anvertrauten Gläubigen. Doch seine Popularität ist dem Gauleiter ein Dorn im Auge. Als die Firmung im Bistum ansteht, lässt er kurzerhand den Wagen des Bischofs beschlagnahmen. Begründung: Es handele sich um ein „kriegswichtiges Fahrzeug“. So soll der Bischof an der Abreise gehindert werden.

Doch der Bubenstreich misslingt. Bischof Ehrenfried überlegt kurz. Dann lässt er seine alte Kutsche aus dem Magazin holen, zwei Schimmel werden angespannt und los geht es mit betagten Gefährt zur Firmung...

So sind wir fast wieder in der Gegenwart gelandet. Und vielleicht werden gerade in diesem Augenblick neue Geschichten geboren, die sich künftige Generationen über den altehrwürdigen Dom erzählen werden und über die, die in ihm ein- und ausgehen. Mögen sie heiter, mögen sie düster sein, doch das Blutige soll mit Gottes Hilfe uns erspart bleiben.