Als der Kaiser
in den Waschzuber fiel
Heitere, düstere und blutige Geschichten rund um den Würzburger Dom
Der Schatz in der Tiefe
Blutige Ereignisse haben in Würzburg auch dafür gesorgt, dass ein Schatz in den Tiefen der Kathedrale verborgen wurde. Als die Bauernkriege im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts auch die Bischofsstadt erfassten, zogen die bürgerlichen Truppen gegen den Fürstbischof auf die Festung. Die großen Leitern, die sie dazu brauchten, wollten sie sich zu allem Überfluss auch noch direkt aus dem Dom besorgen.
Ohne Unterlass schlugen die Bauern gegen die hohen Portale der Bischofskirche. Im Innern der Kirche wurde es den Domherren immer mulmiger: „Gleich wird der Dom ausgeplündert bis auf den letzten Rest!“ rief einer und so entschlossen sie sich den Domschatz und die wertvollen Urkunden in der Krypta in einem Seitengang einzuschließen.
Jahrhundertelang sollten die Preziosen und Dokumente dort verborgen bleiben. Das Wissen darum, wo genau sie eingeschlossen worden waren, ging im Lauf der Zeit verloren. Erst vor wenigen Jahrzehnten haben Forscher den Seitengang wiedergefunden und freigelegt. Bei der Domführung kann man ihn sehen, er zeigt in den Resten einer alten Kryptenkapelle die ältesten Freskenreste des Domes, die aus dem 11. Jahrhundert stammen.