Bischof Gottfried von Spitzenberg

Eher Schauerliches weiß man von Bischof Gottfried von Spitzenberg zu erzählen. Spitzenberg war jener Bischof, der den Dom während seines Pontifikats (1186-1190) erstmals vollständig einweihen konnte. Er war ein Vertrauter und enger Berater von Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa. In dieser Eigenschaft nahm ihn der Kaiser gerne mit auf wichtige Reisen. Einmal war es wieder soweit und Kaiser Barbarossa brach ins Heilige Land auf – in der Begleitung des Würzburger Bischofs. Doch Spitzenberg konnte dem Kaiser nicht mehr lange dienen, er erlag im Heiligen Land einer Krankheit.

In Würzburg bat man nun um eine Reliquie des beliebten und bedeutenden Bischofs. So wurde dem Leichnam eine Hand abgetrennt und auf die Reise nach Würzburg geschickt. Die Boten gerieten jedoch in einen Hinterhalt und wurden von Räubern überfallen. Diese hatten wohl in der mitgeführten Kassette wertvolle Gegenstände vermutet.

Die Hand wurde nicht wiedergefunden und so steht heute nur die Grabplatte des Bischofs Gottfried von Spitzenberg im Würzburger Dom. Es ist die älteste erhaltene Grabplatte im Kiliansdom, der Besucher findet sie am zweiten Pfeiler der nördlichen, in der Ansicht linken Hochschiffwand.