Als der Kaiser
in den Waschzuber fiel
Heitere, düstere und blutige Geschichten rund um den Würzburger Dom
Das Taufbecken
Zu einem Ort geradezu revolutionärer Handlungen sollte das Taufbecken des Würzburger Doms werden. Es stammt aus dem Jahre 1279 und stand früher im Mittelschiff.
Es war im Jahr 1287, als sich die deutschen Bischöfe zu einem Nationalkonzil im Dom versammelten. Der Papst schickte dazu einen Nuntius, einen päpstlichen Botschafter, in die Frankenmetropole. Dieser hatte Weisung bekommen, den Bischöfen klarzumachen, dass alle deutschen Priester künftig Steuern an Rom zu zahlen hätten. Die Bischöfe wurden vollkommen überrumpelt, damit hatten sie nicht gerechnet. Man debattierte, diskutierte, beklagte sich lautstark und grummelte leise hinter vorgehaltener Hand.
Schließlich machte sich großer Unmut breit. Da sprang plötzlich ein junger Geistlicher aus Toule entschlossen auf das Taufbecken und fing an, vor der versammelten Gemeinschaft eine flammende Rede wider die unangemessene und ungerechte Steuer aus Rom zu halten. Ein heftiger Tumult brach in der Kathedrale los. Das ganze Konzil war geplatzt, alle liefen durcheinander und auseinander und zurück blieb allein der Nuntius.
So kam es dass die deutschen Priester nie Steuern an den päpstlichen Stuhl überweisen mussten und dies bis auf den heutigen Tag nicht tun. Die einzige kleine Ausnahme bildet der Peterspfennig.