Hauptportal des Doms von
Fritz König (1964-1967)
Theologisches Programm
Wie auf einer Zeitachse beginnt das theologische Programm der Kathedrale beim Eingangsportal, auf dem in moderner Form die Schöpfung dargestellt ist. Der siebenarmige Leuchter im Eingangsbereich symbolisiert die Zeit des Alten Testaments. Auf beiden Seiten des Langschiffs sind in chronologischer Folge die Grabdenkmäler der Würzburger Bischöfe aufgestellt, die von Gottfried von Spitzenberg-Helfenstein (1190) bis in dieses Jahrhundert reichen.
Im Zentrum des Doms steht der Altar, der Ort, an dem jeden Tag neu die Eucharistie gefeiert wird. Ihm zur Seite steht das hochaufsteigende Sakramentshaus mit dem Tabernakel, dessen Blau in der ganzen Kirche einzigartig ist. Der Chorraum ist als Raum der Zukunft ganz vom himmlischen Jerusalem geprägt. Im Zentrum steht der wiederkehrende Christus, der der Welt den Frieden spendet. Ihm, dem Lamm, das sich geopfert hat, folgten Kilian, Kolonat und Totnan, die Frankenapostel mit vielen weiteren Gläubigen, für die stellvertretend 36 Persönlichkeiten der fränkischen Glaubenswelt dargestellt sind. In seiner Folge steht auch der Bischof, dessen Stuhl hinter der Apsisplastik steht. Ihm folgt aber letztlich auch die ganze Gemeinde, die auf den wiederkehrenden Christus blickt und ausgerichtet ist.
Durch die Architektur der Fenster scheint der ganze Dom den Hauptteil seines natürlichen Lichts vom wiederkehrenden Christus zu erhalten. Von dort wird die Gegenwart (Altarraum) und sogar die Vergangenheit (Langhaus) erleuchtet.
Norbert Clausen