Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

360° Rundgang

durch den Dom

durch den Dom

Zum Rundgang

„Das Herz weiß, was ansteht“

Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalgottesdienst mit Silberpaaren – Begegnung auf dem Kiliansplatz – Ein handgeschnitztes Herz aus Olivenholz zur Erinnerung

Würzburg (POW) „Sie haben sich vor 25 Jahren auf Ihr Herz verlassen. Das ist wunderbar. Genau das feiern wir heute.“ Das hat Bischof Dr. Franz Jung am Dienstagabend, 28. Juni, beim Pontifikalgottesdienst für Ehepaare, die in diesem Jahr Silberhochzeit feiern, gesagt. An der Feier im Kiliansdom nahmen mehr als 85 Paare teil. Am Ende der Messe erteilten der Bischof sowie weitere Seelsorgerinnen und Seelsorger den Jubelpaaren einzeln den Segen. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause gab es im Anschluss wieder auf dem Kiliansplatz Gelegenheit zur Begegnung. Bischof Jung mischte sich unter die Menge und wurde mehrfach um ein gemeinsames Erinnerungsfoto gebeten.

In seiner Predigt nahm Bischof Jung Bezug auf das Jahresmotto der Diözese Würzburg, „Verleih mir ein hörendes Herz“, das an die weise Bitte des jungen Königs Salomo anknüpft, die dieser bei seinem Regierungsantritt an Gott richtet. „Diese Bitte können Sie nach vielen gemeinsamen Ehejahren sicher gut nachvollziehen; sie hat von ihrer Aktualität und Notwendigkeit sicher nichts eingebüßt.“ Gute Entscheidungen – auch in Liebesangelegenheiten – würden im Leben mit Herz und Verstand getroffen. Deswegen empfehle auch der heilige Ignatius, bei wichtigen Entscheidungen nach dem Abwägen aller Gründe auch immer noch einmal das Herz zu befragen, „weil das Herz seine Gründe hat, die der Verstand eben nicht kennt“.

Im gemeinsamen Leben sei es die vielleicht größte Aufgabe, die Fähigkeit zu kultivieren, den Kontakt zu halten und zu verfeinern. „Oftmals sagt mir das Herz, dass etwas nicht stimmt, wenn es aus dem Rhythmus kommt, wenn es zu rasen beginnt und der Puls steigt“, erklärte der Bischof. Auf das Herz nicht zu hören, könne bleibende Herzschädigungen nach sich ziehen und chronische Verletzungen zur Folge haben. „Achte auf dein Herz, um deiner und deines Ehepartners willen!“ Es könne zum Beispiel mitteilen, dass die eingespielten Rollen in der jetzigen Lebensphase (zuerst ohne, dann mit, dann wieder ohne Kinder) neu justiert werden müssen. Oder wenn bisherige Handlungsmuster nicht mehr griffen und man sich neu zusammenraufen müsse. „Das Herz hört, was ansteht, es nimmt sensibel wahr, wie es um uns als Paar steht, und es verlangt nach einer immer neuen Klärung dessen, wie man sich als Paar gemeinsam weiter entwickeln will.“

Jesus selbst ist nach den Worten von Bischof Jung der wahre Herzenskenner. Deswegen sei es wichtig, jeden Morgen und Abend neu Zuflucht zu ihm zu nehmen, „als Paar die eigene Wahrheit vor ihn zu stellen und aus der Vergebung, die er schenkt, miteinander neu zu beginnen“. Im Leben gehe es letztlich um die Qualität, nicht die Quantität. Deswegen habe Salomo Gott nicht um ein langes Leben, nicht um Reichtum oder den Tod seiner Feinde gebeten. „Glück kommt eben oftmals indirekt, als Dreingabe.“ Es sei wenig verwunderlich, dass Salomo im Traum erfuhr, dass er einen Wunsch frei habe, erklärte der Bischof. „Beim Träumen schläft die Vernunft, und was tagsüber kein Recht hatte, drängt nun ins Bewusstsein.“ Deswegen sei der Traum der Ort des hörenden Herzens par excellence. „Ich wünsche Ihnen noch viele Träume, in denen Sie Ihren Wünschen auf der Spur bleiben, und ich wünsche Ihnen vor allem das hörende Herz, das hilft, diese Träume auch zu leben“, rief der Bischof den Ehepaaren zu. Diese erhielten zur Erinnerung jeweils ein von einem christlichen Familienbetrieb in Betlehem geschnitztes Herz aus Olivenholz. Im Gottesdienst erneuerten die Eheleute zudem ihr Treueversprechen.

Welche Tipps die Silberpaare für eine glückliche Ehe für andere haben? „Wichtig sind Humor, gegenseitiges Vertrauen und dass man, wie der Bischof gesagt hat, auf das Herz hört“, erklärten auf Nachfrage auf dem Kiliansplatz Christoph und Bianca Goebel aus Frickenhausen in der Rhön. Für Stefan und Kerstin Heinrich aus Eibelstadt ist es wichtig, dass jeder Partner seinen Freiraum hat, ohne dass man das Gemeinsame vernachlässigt. „Jeder soll auch seine eigene Meinung haben und die des anderen gelten lassen.“ Rainer und Claudia Schömig aus dem Würzburger Ortsteil Lengfeld ist die Erkenntnis zentral: „Gemeinsam sind wir stark.“ „Da wir in der gemeinsamen Gastronomie arbeiten, sind wir quasi 24 Stunden am Tag zusammen. Man könnte also fast sagen, wir sind schon 50 Jahre verheiratet“, sagten sie mit einem Augenzwinkern. Für Thomas und Claudia Richter aus Würzburg ist es wichtig, die Bedürfnisse des anderen zu erkennen und einander in den Dingen zu unterstützen, die dem Partner wichtig sind. Roland und Susanne Bambach sind direkt an ihrem Hochzeitstag aus Oberfladungen zum Gottesdienst gekommen. „Man muss ehrlich miteinander sein. Und es wichtig, dass man als Paar auch den Kontakt zu Freunden und der Familie hält“, betonten die beiden.

Weitere Fotos finden sich hier

mh (POW)

(2622/0769; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet