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„Jede Ehe ist anders und einmalig“

Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann feiert Gottesdienst mit Paaren, die auf 50, 60 oder 65 Jahre Ehe zurückblicken – Kollekte für Partnerbistum Óbidos und Ukraineflüchtlinge – Begegnung auf dem Kiliansplatz

Würzburg (POW) Mit rund 200 Ehepaaren, die auf 50, 60 oder 65 gemeinsame Jahre zurückblicken, hat Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann am Mittwochvormittag, 29. Juni, einen Pontifikalgottesdienst im Würzburger Kiliansdom gefeiert. „Sie machen heute am Fest der Apostel Petrus und Paulus deutlich, dass Ihre Liebe keine reine Privatsache ist, sondern der Liebe Gottes entspringt und von ihr getragen wird“, sagte der Bischof. In dem Gottesdienst erneuerten die Eheleute ihr Treueversprechen. Nach dem Gottesdienst konnten sie sich einzeln von Bischof Hofmann und weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern segnen lassen. Nach zwei Jahren Coronapause gab es auch hinterher wieder Gelegenheit zur Begegnung auf dem Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster.

„Jede gelebte Ehe ist anders und wohl auch einmalig“, sagte Bischof Hofmann in seiner Predigt. Jeder Mensch sehne sich nach Liebe und wolle auch Liebe schenken. „Liebe braucht den Raum der Intimität und Geborgenheit, will und braucht Dauer.“ In dieser von Gott getragenen Gemeinschaft könnten Kinder Vertrauen ins Leben fassen und zu mündigen Menschen heranreifen. Gott spreche sich im Sakrament der Ehe den beiden Liebenden zu. „Sie haben erfahren, dass Sie die Glut der Liebe nähren, aber sich nicht grenzenlos glücklich machen können. Der je größere Gott muss immer wieder neu von Ihnen aus in diese Liebe hineingenommen werden“, erklärte Bischof Hofmann.

Ehe als Versprechen mit Leib und Seele beziehe auch Eros und Sexualität mit ein. „Die Liebe zwischen Mann und Frau sucht das erotische Begehren genauso wie die liebevoll-fürsorgliche Zuneigung. Dieses Spannungsfeld aus Lust, Hingabe und Herzensnähe eröffnet den ureigenen Raum für die Zeugung neuen Lebens“, sagte der Bischof. Die Liebe der Eheleute strahle aus über ihre Kinder, Enkelkinder und alle, die mit ihnen zusammenkommen. Deshalb sei das Sakrament der Ehe auch ein Stück gelebte Kirche, ein sichtbares Zeichen für die Liebe Gottes und deren wirksame Kraft im flüchtigen Heute.

Da Fehler, Verletzungen und Enttäuschungen nicht ausblieben, sei der Wille zur Selbstkritik, zur Umkehr und Versöhnung notwendig. „Haben Sie den Mut, darüber zu reden, dass selbst beim Scheitern Gottes Liebe nicht verlorengeht. Er lässt auch die enttäuschten und gebeutelten Eheleute nicht im Stich.“ Bischof Hofmann ermunterte die Anwesenden, Gott für das Gelingen der eigenen Ehe zu danken und auch für alle Menschen zu bitten, deren Ehen zerbrochen sind und die in schwierigen Lebenssituationen besonders der Anteilnahme und Liebe bedürften. Zur Erinnerung an den Gottesdienst erhielt jedes Ehepaar ein Herz aus Olivenholz. Diese wurden von einer christlichen Schnitzerfamilie in Betlehem gefertigt. Mit der Kollekte bei allen Ehejubilarsgottesdiensten wird in diesem Jahr zum einen die Ausstattung der zwei Krankenhausschiffe im brasilianischen Partnerbistum Óbidos unterstützt. Zum anderen gehen die Spenden an Menschen in Unterfranken, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflohen sind.

Welche Tipps die Jubelpaare für eine gelungene Ehe haben? „Man muss auch einmal nachgeben können“, erklären auf Nachfrage Horst und Blanca Schraut (beide 83) aus Würzburg. Sie haben vor 60 Jahren geheiratet. „Streitereien und gegenseitige Verletzungen passieren. Wichtig ist aber, dass man sich hinterher verzeiht und gemeinsam wieder neu anfängt.“ Auf 50 gemeinsame Ehejahre blicken Katharina (72) und Ludwig Schell (76) aus Waldaschaff. „Einer muss sagen, wo es lang geht. Doppelspitzen funktionieren nirgends, das sieht man in der Politik“, erklärt sie und ihr Mann ergänzt: „Wichtig ist zu wissen, wer wann das Sagen hat.“ Das Ehepaar Reusing ist aus Schöllkrippen nach Würzburg gekommen, „auch wenn ich mir nach den ganzen Missbrauchsskandalen mit meiner Kirche etwas schwertue“, betont Rosa-Maria (80). Was sie als Ratschlag für eine glückliche Ehe mitgeben kann? „Ich mache die Augen zu und höre weg oder gehe aus dem Zimmer, wenn mein Mann mir zu viel brummt.“ Zugleich wisse sie aber sehr zu schätzen, dass er sie nach ihren fünf Unfällen in der vergangenen Zeit immer unterstütze. „Das haben wir uns vor 60 Jahren versprochen“, sagt Werner Reusing (81).

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mh (POW)

(2722/0773; E-Mail voraus)

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