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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Thu, 23 Apr 2026 01:58:38 +0200</pubDate><lastBuildDate>Thu, 23 Apr 2026 01:58:38 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-72021</guid><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 12:29:04 +0200</pubDate><title>Weihbischof em. Boom gestaltet Orgelimpuls „5 nach 12“ im Kiliansdom</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/weihbischof-em-boom-gestaltet-orgelimpuls-5-nach-12-im-kiliansdom-6/</link><description>Würzburg (POW) Weihbischof em. Ulrich Boom gestaltet den Orgelimpuls „5 nach 12“ am Dienstag, 28. April, um 12.05 Uhr im Würzburger Kiliansdom. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Dompastoral und Dommusik laden die Besucherinnen und Besucher jeweils montags bis samstags zu dieser kleinen Auszeit mitten am Tag ein.</p><p>(1826/0385; E-Mail voraus)<br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Veranstaltungen</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71951</guid><pubDate>Sat, 18 Apr 2026 17:35:32 +0200</pubDate><title>Ein „europaweit einmaliges Klangerlebnis“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/ein-europaweit-einmaliges-klangerlebnis/</link><description>Über 400 Menschen verfolgen Glockenkonzert des Würzburger Domgeläuts auf dem Kiiansplatz ­‒ Wiederholung während des Katholikentags an Christi Himmelfahrt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) So haben bislang noch wenige die Glocken des Würzburger Kiliansdoms gehört: Bei einem Glockenkonzert am Samstagvormittag, 18. April, ist das 20 Glocken umfassende Geläut der Bischofskirche in seiner Vielfalt und Klangfülle zum Klingen gebracht worden. Über 400 Menschen hatten sich auf dem Kiliansplatz versammelt, um der besonderen Darbietung zu lauschen. Glockenbegeisterte aus ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit, um Tonaufnahmen zu machen, viele andere schnitten das Konzert mit ihrem Handy mit. Domdekan Dr. Jürgen Vorndran gab bei seiner Moderation zwischen den einzelnen Läutemotiven Erläuterungen zur Geschichte der Glocken und zu der jeweils geläuteten Klanggruppierung. Unterstützt wurde er bei der Durchführung von Dr. Dietmar Kretz und Maximilian Sitzmann von der Domschule sowie Dommesner Thomas Schumann.</p><p>###GALERIE###</p><p>So erfuhren die Menschen auf dem Kiliansplatz unter anderem, dass elf der insgesamt 20 Würzburger Glocken aus der Gießerwerkstatt von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg stammen und am 18.&nbsp;Mai 1966 geweiht wurden. Zusammen mit der mittelalterlichen Lobdeburgglocke bildeten sie das erste große Nachkriegsgeläut im Bistum Würzburg. Dank der Ergänzung durch acht weitere Zimbelglocken im Jahr 2008 ist es möglich, beim Läuten ein ungewöhnlich vielfältiges Spektrum an Motiven in Moll und Dur erklingen zu lassen.</p><p>Die geläuteten Motive reichten vom Trauergeläut über den „Oktavsprung“, bei dem die vier Glocken drei ganze Oktaven einschließen, indem sie den gleichen Ton in vier unterschiedlichen Höhen produzieren, bis hin zum prägnanten „Westminster“-Schlag, den viele vom Londoner Elisabeth-Tower mit seiner berühmtesten Glocke „Big Ben“ her kennen. Den Schlusspunkt nach gut 45 Minuten setzten die elf Schillingglocken.</p><p>Rund 40 Stunden hatte der kommissarische Glockensachverständige Ben Schröder nach eigenen Angaben im Vorfeld mit Planungssitzungen, Motivzusammenstellung und technischen Vorbereitungen zugebracht, zusammen mit der Firma Perner aus Passau, die die Würzburger Domglocken wartet. Beim Konzert steuerte er von einem Laptop aus via Netzwerkkabel die Läutemotoren an.</p><p>Das Publikum auf dem Kiliansplatz spendete zum Abschluss langanhaltenden Applaus. „Es ist beeindruckend zu sehen, dass so viele Menschen gekommen sind. Das macht deutlich, dass die Glocken ein hohes Kulturgut sind, das mit seiner einzigartigen Klangqualität begeistert. Einige Glockenfans sind ja eigens für das Konzert aus Nürnberg, dem Allgäu oder dem Ruhrgebiet angereist“, sagte Domdekan Vorndran. Aber auch für Einheimische wie Margarethe Schieber aus Eibelstadt war das Glockenkonzert ein herausragendes Erlebnis. „Ich habe lang in Würzburg gelebt, aber den großartigen Klang der Domglocken und die musikalische Vielfalt, die sich mit ihnen erzeugen lässt, habe ich heute zum ersten Mal wahrgenommen. Danke dafür!“</p><p>Deutlich weiter angereist war Andreas Boose. Der Glockenfan aus Gelsenkirchen fachsimpelte nach dem Konzert ein wenig mit Schröder. „Die Salvatorglocke war mir persönlich noch ein wenig zu leise, aber deutlich besser zu hören als früher.“ Wie Schröder erläuterte, sei zusammen mit der Glockengießerei Perner der Anschlagwinkel des Klöppels von 37 auf 40 Grad umgestellt worden. Mehr aber gehe nicht, ohne die Glocke zu schädigen. Dann gerät der Kfz-Mechaniker Boose ins Schwärmen. In seiner Freizeit reise er regelmäßig quer durch Europa, um sich Glocken anzuhören. „Einen derartig harmonischen und erhabenen Klang wie in Würzburg findet man aber europaweit nirgends.“</p><p>Wer das Glockenkonzert versäumt hat: Eine Wiederholung findet während des 104. Deutschen Katholikentags an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai, von 11.30 bis 12.15 Uhr in Zusammenarbeit mit der Fernsehredaktion des Bistums statt.&nbsp;Der Eintritt ist frei. Dieses Konzert wird auch von TV Mainfranken im Kabelkanal und auf dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg live übertragen.</p><p class="western"></p><p class="western text-right"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><span style="font-variant:normal"><font color="#333333"><i><span style="font-weight:normal">mh (POW)</span></i></font></span></span></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt">(1726/0372; E-Mail voraus)</span></font></span></p><p class="western"><span style="font-variant:normal"><span style="font-style:normal"><span style="font-weight:normal"><span style="line-height:100%"><font color="#333333"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:10pt"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen</b></u></i><i>: Fotos abrufbar im Internet</i></span></font></font></span></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>! überregional interessant (wird auf bistum-wuerzburg.de ausgespielt)</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71789</guid><pubDate>Fri, 10 Apr 2026 11:52:16 +0200</pubDate><title>Glockenkonzerte mit dem Domgeläut</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/glockenkonzerte-mit-dem-domgelaeut-1/</link><description>Würzburg (POW) Ein Glockenkonzert mit dem Geläut des Würzburger Kiliansdoms erklingt am Samstag, 18. April, von 11.15 bis 12 Uhr. Am besten zu hören ist es auf dem Kiliansplatz.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Aus Anlass des 60. Jahrtags der Glockenweihe werden verschiedene Klangmotive der elf Schilling-Glocken von 1966, der acht Zimbelglocken von 2008 und der Lobdeburg-Glocke von 1257 vorgestellt, so dass die Bandbreite des Glockenklangs von der Trauer bis zum österlichen Jubel zu Gehör kommt. Das Geläut des Würzburger Doms mit seinem einzigartigen Klang gilt als eines der bedeutendsten Nachkriegsgeläute überhaupt und hat in Würzburg – nicht nur am 16. März, wenn der Zerstörung Würzburgs 1945 gedacht wird – einen hohen Stellenwert. Eine Wiederholung des Glockenkonzertes findet während des 104. Deutschen Katholikentags an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai, von 11.30 Uhr bis 12.15 Uhr statt.&nbsp;Dieses Konzert wird auch von TV Mainfranken im Kabelkanal live übertragen. Bei beiden Konzerten ist der Eintritt frei.</p><p>(1626/0353; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Veranstaltungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71670</guid><pubDate>Sun, 05 Apr 2026 12:15:00 +0200</pubDate><title>Von der Trauer zur Freude</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/von-der-trauer-zur-freude/</link><description>Bischof Jung an Ostern: Davon erzählen, wie Gott die Tränen der Trauer abgewischt hat – Feier der Osternacht: Gott bleibt selbst im Tod gegenwärtig und überwindet diesen</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:100%"><b>Würzburg</b> (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat an Ostern die Hoffnung auf Auferstehung und neues Leben trotz Leid und Verlust betont. In seinen Predigten zur Osternacht und zum Ostersonntag im Würzburger Kiliansdom stellte er die österliche Botschaft in den Zusammenhang existenzieller Erfahrungen von Abschied und Trauer. „Mit Maria von Magdala trägt uns der auferstandene Herr auf, unseren Schwestern und Brüdern von unseren Auferstehungserfahrungen zu berichten. Davon zu erzählen, wie er uns die Tränen der Trauer abgewischt hat, so dass die Tränen der Freude fließen konnten und können.“</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Im Mittelpunkt der Predigt am Ostersonntag stand Maria von Magdala. Ihr Weinen am leeren Grab stehe exemplarisch für die Trauer vieler Menschen, erklärte der Bischof. Diese umfasse den Schmerz über den Verlust eines nahestehenden Menschen, aber auch die Erfahrung der eigenen Endlichkeit. Zugleich bezeichnete Bischof Jung die Fähigkeit zu weinen als Ausdruck eines offenen und mitfühlenden Herzens. In der geistlichen Tradition werde dies als „Gabe der Tränen“ verstanden.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Trauer dürfe nicht verdrängt oder übersprungen werden, sagte der Bischof. Sie brauche Zeit und Raum. Erst wenn Menschen ihre Trauer wirklich durchlebten, könne sich Wandlung vollziehen. Das zeige sich im Osterevangelium, als Maria von Magdala den auferstandenen Christus zunächst nicht erkenne und erst im persönlichen Angesprochenwerden zum Glauben finde. Aus den Tränen der Trauer würden so Tränen der Freude.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">In der Osternacht deutete der Bischof die Lesung von Abraham und Isaak als Beispiel für Erfahrungen, in denen Menschen das Liebste loslassen müssen. Solche Situationen seien oft von Überforderung und Sprachlosigkeit geprägt. Der biblische Text verweise jedoch auf das Vertrauen, dass Gott auch aus ausweglosen Situationen neues Leben schenken könne. Die Auferstehung Jesu sei deshalb keine Verdrängung von Leid, sondern eröffne einen neuen Blick auf das Leben, erklärte der Bischof. Sie begründe die Hoffnung, dass Gott selbst im Tod gegenwärtig bleibe und diesen überwinde. Christinnen und Christen seien aufgerufen, von dieser Hoffnung Zeugnis zu geben.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Die Feier der Osternacht begann am Feuer im Domkreuzgang. Nach der Segnung des Osterfeuers entzündete Bischof Jung die große Osterkerze an den Flammen mit den Worten<font color="#000000">: „</font><font color="#000000">Mitten in der Nacht leuchtet ein Licht auf, weil Christus im Sterben den Tod besiegt hat</font><font color="#000000">.“ Danach wurde das Osterlicht in Begleitung von Mitgliedern des Domkapitels in den dunklen Kiliansdom getragen und an die Gläubigen weitergereicht. Während der Lichtfeier sang </font><font color="#000000">Diakon Ordinariatsrat Dr. Martin Faatz </font><font color="#000000">das österliche Exsultet, den Lobgesang auf die Osterkerze. Lektoren trugen Lesungen aus dem Alten Testament vor. Beim Gloria läuteten die Glocken des Domes nach den stillen Tagen seit Gründonnerstag </font>wieder. Lesung und Evangelium des Neuen Testaments berichteten von der Auferstehung Jesu. Der Lichtfeier schlossen sich die allgemeine Tauferneuerung und die Eucharistiefeier an. Die Mädchenkantorei am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domorganist Professor Stefan Schmidt gestalteten die Feier mit „Antwortgesängen zur Osternacht“ von Alexander Rüth und Otmar Faulstich, „O filii et filiae“ aus dem Oratorium „Christus“ von Franz Liszt, „Surrexit pastor bonus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und „Messe pour deux voix égales“ von Cécile Chaminade.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Das Pontifikalamt am Ostersonntag begleiteten der Würzburger Domchor und die Camerata Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth sowie Domorganist Schmidt mit der „Messe in d-Moll WAB 26“ von Anton Bruckner. Solisten waren Sophie Gordeladze (Sopran), Barbara Giouseljannis (Alt), Oliver Kringel (Tenor) und Simon Tischler (Bass).&nbsp;</span></p><p class="western text-right"><span style="line-height:100%"><i>mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(1526/0339; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71622</guid><pubDate>Sun, 05 Apr 2026 11:00:00 +0200</pubDate><title>„Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/er-wird-alle-traenen-von-ihren-augen-abwischen/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung am Ostersonntag, 5. April 2026, im Würzburger Kiliansdom
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tränen sollen in diesem Jahr mein Leitfaden sein für die Betrachtung von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.<br /><br /><strong>OSTERSONNTAG: DIE TRÄNEN DER MARIA VON MAGDALA<br />Maria von Magdala und die Tränen der Trauer</strong></p><p>Eine berührende Szene zeigt uns das Osterevangelium: Alle anderen Jünger sind weg, nur Maria von Magdala bleibt allein am Grab zurück und weint. Sie wird zum Inbegriff für die Einsamkeit der Trauernden aller Zeiten. Die Tränen der Trauer verweisen auf eine dreifache Traurigkeit: die Traurigkeit über den Verlust eines lieben Menschen; die Traurigkeit im Sinne von Selbstmitleid, dass mir das passieren muss; und die Traurigkeit darüber, dass der Tod überhaupt immer wieder in das Leben einbricht und uns die Endlichkeit unseres Lebens so schmerzlich vor Augen führt.</p><p><strong>Immerhin: Maria kann wenigsten weinen – das ist ein Geschenk</strong></p><p>Immerhin: Maria kann wenigstens weinen. Wir wissen aus Erfahrung, dass es gar nicht so einfach ist, weinen zu können. Wann habe ich das letzte Mal überhaupt geweint? Papst Franziskus fragte die Priester regelmäßig: Könnt ihr weinen? Weint ihr mit den Menschen? Oder lasst ihr das alles nur an euch abprallen in der professionellen Distanz…? Weinenkönnen zeigt, dass man etwas an sich ganz tief heranlässt. Oft dauert es geraume Zeit, bis die Tränen kommen. Gerade Menschen, die unerwartet von einem Schicksalsschlag getroffen wurden, können anfänglich nichts empfinden, der Schock sitzt noch zu tief, das Herz ist wie versteinert, auch ein Selbstschutz im Moment der Überforderung.</p><p><strong>Die Gabe der Tränen (donum lacrymarum)</strong></p><p>Die geistliche Tradition spricht von der „Gabe der Tränen“. Die Gabe der Tränen zeichnet das empfindsame Herz aus, das fühlt, mitfühlen und sich einfühlen kann, das sich verletzlich macht und seine eigene Verletzlichkeit zeigt. Es gab in der Alten Liturgie sogar ein eigenes Messformular, in dem eigens um die „Gabe der Tränen“ gebetet wurde. Es macht deutlich, dass Weinenkönnen nicht selbstverständlich ist, sondern ein Geschenk des Heiligen Geistes ist. Der Geist, von dem die Pfingstsequenz sagt: „Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt“, er löst das verhärtete Herz, macht es empfänglich und empfindsam.</p><p><strong>„Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben“</strong></p><p>„Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.“ Wie alle Trauernden will Maria den Verstorbenen zurückhaben. Ihr Herr wurde weggenommen und sie sucht ihn. Auch als Jesus sie fragt, warum sie denn weine, bittet sie ihn, ihr den Leichnam zu geben, um einen Ort für ihre Trauer zu haben. Das ist ein wichtiger Zug in unserer Ostererzählung. Denn die Trauer braucht einen Ort und sie braucht Zeit, um wirklich Abschied nehmen zu können. Neues kann erst da werden, wo man Altes im wahrsten Sinne des Wortes begraben und verabschiedet hat.<br />Diese Trauer kann man nicht beschleunigen, man muss sie leben. Die einen wollen die Trauer überspringen, die anderen versuchen, sie zu verdrängen, wieder andere wollen sich ablenken. Immer ist es der Versuch, sich dieser bedrängenden Wirklichkeit nicht zu stellen und dem tiefen Einschnitt, den der Tod in unserem Leben bedeutet, auszuweichen.</p><p><strong>Alfred Delp und das Durchleben bis zum Brunnenpunkt</strong></p><p>In seiner eigenen Trauer im Gefängnis, wenige Wochen vor seiner Hinrichtung, schrieb Alfred Delp am 17. November 1944: „Das Eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen, wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen. Das gilt … für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.“<br />Monatelang hatte er gerungen mit seinem Schicksal, mit der drohenden Todesstrafe, hatte er nach Auswegen gesucht, bis ihm aufging: Gott ist auch in diesem meinem persönlichen Trauerprozess gegenwärtig, er ist nicht weg, sondern da. Man muss die Trauer durchleben, bis man zu diesem Brunnenpunkt gelangt, wie Alfred Delp es nennt, der Brunnenpunkt, an dem die Dinge aus Gott kommen. Erst dann kann sich im Menschen etwas lösen, erst dann kann etwas neu werden im Leben.</p><p><strong>Am Brunnenpunkt werden aus Tränen der Trauer Tränen der Freude</strong></p><p>„Brunnenpunkt“ ist dabei ein schöner Begriff, denn er macht deutlich, dass aus der Tiefe wieder die Wasser fließen. Aus den Tränen der Trauer werden am tiefsten Punkt, am „Brunnenpunkt“, Tränen der Freude. Das ist dann das „lebendige Wasser“, das im Inneren des Menschen zur Quelle wird, die in das ewige Leben fließt, wie es Jesus der Samariterin am Jakobsbrunnen verheißen hatte (Johannes 4,14).</p><p><strong>Die Anrede mit dem eigenen Namen als Brunnenpunkt</strong></p><p>Im Osterevangelium ist dieser Brunnenpunkt ganz klar markiert: Es ist der Moment, in dem Jesus „Maria“ sagt und Maria sich umwendet, um noch einmal genau hinzusehen, und dann in dem vermeintlichen Gärtner Jesus erkennt. Da lichtet sich der Schleier der Tränen, der ihren Blick verhüllte. Und sie sieht wieder klar – die Tränen der Freude treten an die Stelle der Tränen der Trauer.<br />Das Leben wird wieder hell, denn mit dem auferstandenen Herrn kann sie sich ins Leben zurücktasten. Sie kreist nicht mehr um sich und ihre Trauer, sondern hat Christus als lebendige Mitte ihres Lebens zurückgewonnen.</p><p><strong>Nicht festhalten, sondern Zeugnis geben</strong></p><p><em>„Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“ </em>So sagt der Auferstandene. Maria will den auferstandenen Herrn festhalten – das ist nur zu verständlich. Aber man kann das neue Leben weder machen noch festhalten. Ostern ist eine Gnade und ein Geschenk. Aber was man kann, das wird Maria aufgetragen: Man kann anderen Zeugnis geben von dem eigenen Weg der Trauer, der einen aus dem Land des Todes in das Land des Lebens zurückgeführt hat, weil Jesus uns dorthin vorausgeht.<br />Und genau darum geht es an Ostern. Mit Maria trägt uns der auferstandene Herr auf, unseren Schwestern und Brüdern von unseren Auferstehungserfahrungen zu berichten. Davon zu erzählen, wie er uns die Tränen der Trauer abgewischt hat, so dass die Tränen der Freude fließen konnten und können. Das wünsche ich mir und uns allen an diesem Osterfest. Denn am Ende steht die Verheißung des letzten Buches der Bibel, der Offenbarung des Johannes, in dem es heißt:</p><p><em>„Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“</em><br />In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen gesegnete und trostreiche Ostertage. Denn der Herr, der Maria von Magdalas Tränen gewandelt hat, wird auch unsere Tränen abwischen.&nbsp;<br />Amen. Halleluja!</p>

]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71640</guid><pubDate>Fri, 03 Apr 2026 17:39:25 +0200</pubDate><title>Zwischen Reue und Mitgefühl</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/zwischen-reue-und-mitgefuehl/</link><description>Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu im Würzburger Kiliansdom gefeiert – Bischof Dr. Franz Jung hebt Bedeutung echter Umkehr hervor</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Karfreitag, 3. April, im Würzburger Kiliansdom die Bedeutung von Reue, Mitgefühl und echter Umkehr hervorgehoben. In seiner Predigt stellte er die Betrachtung der Passion Jesu unter das Leitmotiv der Tränen. Im ganzen Bistum Würzburg gedachten die Gläubigen des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Die traditionelle Karfreitagsprozession in Lohr am Main zog mehrere tausend Menschen an. Der Karfreitag zählt mit dem Gründonnerstag und dem Karsamstag zu den gesetzlich geschützten „stillen Tagen“, für die Katholiken ist er gebotener Fasten- und Abstinenztag. Die über 3000 Glocken im Bistum Würzburg sind seit Gründonnerstagabend verstummt und werden erst in der Nacht zum Ostersonntag wieder erklingen.</p><p>Bei den sogenannten Großen Fürbitten des Karfreitags beteten die Gläubigen für die Kirche, den Papst, alle Stände der Kirche, die Taufbewerber, die Einheit der Christen, die Juden, für alle Menschen, die nicht an Christus glauben, für alle Menschen, die nicht an Gott glauben, für die Regierenden und für alle notleidenden Menschen. Bei der Kreuzverehrung wurde das Kreuz enthüllt, den Gläubigen gezeigt und in stillem Gebet verehrt. Die Würzburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller sangen die „Johannespassion“ von Alois Maria Müller, „Vexilla regiss“ von Anton Bruckner, „Eli, Eli!“ von Georgius Bardos, „Popule meus“ von Tomás Luis de Victoria und „O crux ave“ von Rihards Dubra.</p><p>Am Beispiel des Apostels Petrus ging der Bischof in seiner Predigt auf die Bedeutung echter Reue ein. Dessen bitteres Weinen nach der Verleugnung Jesu zeige, wie ein Mensch seine Schuld erkenne und innerlich umkehre. Solche Reue entspringe nicht der Angst vor Strafe, sondern dem Bewusstsein, hinter der Liebe Gottes zurückgeblieben zu sein. In der Tradition der Kirche werde in diesem Zusammenhang auch von einer „Tränentaufe“ gesprochen, die den Menschen erneuere.</p><p>Kritisch setzte sich Bischof Jung mit den Tränen der Frauen auseinander, die Jesus auf seinem Kreuzweg beweinten. Ihr Klagen bleibe äußerlich und führe nicht zur Umkehr. Der Bischof zog Parallelen zur Gegenwart, in der Menschen täglich mit Bildern von Leid konfrontiert seien, ohne dass daraus Konsequenzen entstünden. Solche Formen des Mitleids bezeichnete er als wirkungslos. Als Gegenbild stellte Bischof Jung die Tränen Marias unter dem Kreuz heraus. In ihrem Schmerz zeige sich echtes Mitleiden. Maria stehe exemplarisch für alle Menschen, die Leid unmittelbar erfahren, insbesondere für Mütter, die um ihre Kinder trauern – „in der Ukraine, im Sudan, in Gaza, im Iran“. Der Karfreitag mache deutlich, dass es nicht bei äußerer Betroffenheit bleiben dürfe, sagte der Bischof. Entscheidend sei ein mitleidendes Herz, das zur Umkehr und zu einem veränderten Leben führe.</p><p>Am Abend zuvor hatte Bischof Jung die „Drei österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“ mit der Feier vom Letzten Abendmahl im Kiliansdom eröffnet (<em><a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/chance-zur-umkehr/" target="_blank" class="external-link">siehe eigener Bericht</a></em>).</p><p>Die Osternacht ist der Höhepunkt der Feier der drei österlichen Tage und des gesamten Kirchenjahrs. Bischof Jung feiert sie am Samstag, 4. April, um 21.30 Uhr im Kiliansdom. Die Mädchenkantorei am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domorganist Professor Stefan Schmidt gestalten die Feier mit „Antwortgesänge zur Osternacht“ von Alexander Rüth und Otmar Faulstich, „O filii et filiae“ aus dem Oratorium „Christus“ von Franz Liszt, „Surrexit pastor bonus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und „Messe pour deux voix égales“ von Cécile Chaminade.</p><p>Bischof Jung feiert das Pontifikalamt am Ostersonntag, 5. April, um 10 Uhr im Kiliansdom. Es wird begleitet vom Würzburger Domchor und der Camerata Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth sowie Domorganist Schmidt mit „Messe in d-Moll WAB 26“ von Anton Bruckner. Solisten sind Sophie Gordeladze (Sopran), Barbara Giouseljannis (Alt), Oliver Kringel (Tenor) und Simon Tischler (Bass). Zur Pontifikalvesper um 17 Uhr mit Bischof Jung singt die Schola Cantorum unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller. Der Gottesdienst am Ostermontag, 6. April, um 10 Uhr im Kiliansdom wird begleitet von der Choralschola unter der Leitung von Domkantor Beutmiller sowie Domorganist Schmidt mit der Choralmesse „Lux et origo“ und einem Choralproprium. Zelebrant ist Domdekan Dr. Jürgen Vorndran.</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(1526/0338; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen</strong>: Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71621</guid><pubDate>Fri, 03 Apr 2026 16:00:00 +0200</pubDate><title>„Genau darum geht es am Karfreitag“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/genau-darum-geht-es-am-karfreitag/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung am Karfreitag, 3. April 2026, im Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1">Die Tränen sollen in diesem Jahr mein Leitfaden sein für die Betrachtung von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.</p><p><strong>KARFREITAG: DIE TRÄNEN DES PETRUS, DER FRAUEN UND DER MUTTER JESU</strong></p><p><strong>Jesus und die Tränen des Petrus – Tränen der Reue</strong></p><p><em>Petrus aber erwiderte: Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst. Im gleichen Augenblick, noch während er redete, krähte ein Hahn. Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort, das der Herr zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. (Lukas 22,60-62) </em></p><p>Petrus weint – alles lief ab wie im Film, Petrus war ganz gefangen in der Situation, er konnte gar nicht anders, als zu leugnen, diesen Mann aus Nazareth zu kennen. Erst als der Hahn kräht und der Blick Jesu ihn trifft, lichtet sich der Nebel, sieht er klar, wird ihm schlagartig bewusst, dass er sich verfehlt hat gegen die Liebe zu seinem Herrn – „und er weinte bitterlich“, heißt es. Es sind Tränen der Reue – alles hatte sich in seinem Innersten verkrampft im Kampfmodus, plötzlich löst sich die ganze innere Anspannung, er fühlt den Schmerz, lässt ihn an sich heran, und die Spannung entlädt sich im Weinen, wir kennen das… Ein Moment der Gnade, wenn das möglich wird. Wenn man einsieht, dass man schuldig geworden ist. Wenn man zu der eigenen Schuld stehen kann und wenn man das an sich wirklich heranlässt und fühlt als Schmerz. Eine Reue nicht aus Angst vor Strafe, sondern eine Reue aus dem Wissen, hinter der Gottesliebe zurückgeblieben zu sein und diese Gottesliebe wieder erlangen zu wollen. Das macht nach kirchlicher Lehre die „vollkommene Reue“ aus. Die Tränen des Petrus werden zum Beweis dieser tief empfundenen Reue, die dem Sünder den Weg ebnet zu echter Umkehr und dem Willen, seinem Leben eine neue Wendung zu geben und den Herrn wieder lieben zu wollen. Die alte Kirche sprach in diesem Zusammenhang gar von der „Tränentaufe“, weil die Tränen zum eigentlichen Taufwasser werden, in dem der alte Mensch reingewaschen wird von der Schuld und der neue Mensch mit Christus aufersteht. Die Tränen der Reue sind die schönste Frucht des Karfreitags und ein Lichtblick in allem Dunkel dieses schwarzen Freitags.</p><p><strong>Jesus und die weinenden Frauen – Rührselige Tränen</strong></p><p><em>Es folgte ihm eine große Menge des Volkes, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder! (Lukas 23,27-28)</em></p><p>Die achte Station des Kreuzwegs trägt den Titel: „Jesus begegnet den weinenden Frauen“. Die Frauen weinen über den Delinquenten, der seinen letzten Weg antritt zur Hinrichtung und sein Kreuz selber trägt. Ihre Klage hat aber etwas Ritualisiertes, Aufgesetztes – das unterscheidet ihre Tränen von denen des Petrus.</p><p>Man sieht zwar das Leid der Anderen, man nimmt es wahr oder nimmt es gar auf mit dem Smartphone, aber es bleibt eben das Leid der Anderen, das einen im Letzten nicht wirklich berührt. Geht es uns nicht oft genauso angesichts der zahllosen Bilder des Leids, die uns tagtäglich erreichen? Man beklagt das Leid, aber geht gleich wieder zur Tagesordnung über – eine Nachricht unter vielen an einem Tag – was kann man schon machen? Die Reaktion Jesu fällt harsch aus. Er kann das Weinen der Frauen nicht anerkennen, vielmehr sagt er mehr als deutlich, sie sollten lieber über sich selbst weinen und ihre Kinder. Denn wo das Leid des Gerechten nur zum Rührstück wird, aber nicht wirklich zur Umkehr mahnt und daran erinnert, dass diese Welt komplett aus den Fugen geraten ist, da werden die Tränen falsch, eben nur rührselig, ohne wirklich anzurühren, ohne dazu zu führen, dass man auch nur einen Finger rührt, um die Welt zu verändern. Für Jesus sind das nur „Krokodilstränen“, die nichts bewirken. Solche Tränen braucht‘s am Karfreitag wirklich nicht.</p><p><strong>Jesus und die Tränen der Mutter Jesu – Tränen des Mitleids</strong></p><p><em>Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. (Johannes 19,37)</em></p><p>So hieß es eben zum Schluss der Passionsgeschichte. „Auf den blicken, den sie durchbohrt haben“ – das gilt vor allem für Maria. Man kann sich die Szene bildlich vorstellen: das furchtbare Werk der Henker ist getan, der Leichnam abgenommen, alle anderen sind weg. Maria ist mit ihrem toten Sohn allein. Und erst jetzt bricht der ganze Schmerz auf und mit dem Schmerz fließen die Tränen, wird das ganze Elend überhaupt erst ermessen. Auf Golgotha wird die Gottesmutter zur „Schmerzensreichen Mutter“, zur „Königin der Märtyrer“, zur „Regina Martyrum“. Unter dem Kreuz geht so die Weissagung des greisen Simeon in Erfüllung (Lukas 2,35): „deine Seele wird ein Schwert durchdringen“. Keiner kann so mit Jesus mitfühlen wie seine Mutter. Maria steht dabei für alle Mütter dieser Welt, die über den Tod ihrer Kinder trauern, die das Schlimmste erleben, nämlich das eigene Kind zu Grabe tragen zu müssen. Wir sehen es täglich, aber wir erleben es auch leider allzu oft im eigenen Umfeld. Marias Tränen sind echte Tränen des Mitleids, denn mit dem Kind stirbt immer auch ein Teil des eigenen Lebens. Im Hymnus „Christi Mutter stand mit Schmerzen“ („Stabat Mater“) zum „Fest der Schmerzen Mariens“ heißt es in der vorletzten Strophe so eindrücklich:</p><p><em>„Drücke deines Sohnes Wunden, wie du selber sie empfunden, heilge Mutter in mein Herz.</em></p><p><em>Dass ich weiß was ich verschuldet, was dein Sohn für mich erduldet, gib mir teil an deinem Schmerz.“</em></p><p>Mit Maria geht es darum, kein mitleidiges, sondern ein mitleidendes Herz zu bekommen. Denn nur wer den Schmerz über den Tod des Sohnes Gottes fühlt, ermisst auch den Preis, den Gott gezahlt hat für uns – und kehrt um. Und genau darum geht es am heutigen Karfreitag!</p>



]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71630</guid><pubDate>Thu, 02 Apr 2026 21:33:30 +0200</pubDate><title>Chance zur Umkehr</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/chance-zur-umkehr/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert im Kiliansdom die Messe vom Letzten Abendmahl – Die heilende Kraft der Tränen Jesu – Fußwaschung an zwölf Frauen und Männern</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Gründonnerstag, 2. April, die Gläubigen zu Beginn der Feierlichkeiten der Karwoche zu mehr innerer Vorbereitung und Ernsthaftigkeit aufgerufen. In seiner Predigt bei der Messe vom Letzten Abendmahl stellte er die „Tränen Jesu“ in den Mittelpunkt und deutete sie als Ausdruck von Enttäuschung, Unverständnis und Angst. In Erinnerung an die Fußwaschung im Abendmahlssaal wusch der Bischof Vertretern von Diözesanrat, Dompfarrei, Flüchtlingen, Vertretern des Katholikentags, Menschen mit einer Behinderung und Ordensleuten – Männern wie Frauen – die Füße. Am Ende des Gottesdiensts wurde der Altarraum leergeräumt.</p><p>Jesus habe über Jerusalem geweint, weil die Menschen die Chance auf Frieden und Erlösung nicht erkannt hätten, sagte Bischof Jung in seiner Predigt und verwies auf das Lukasevangelium. Diese Klage sei zugleich ein Spiegel für die Kirche heute: Auch Gläubige liefen Gefahr, die Bedeutung der heiligen drei Tage zu verkennen und die Botschaft Christi nicht an sich heranzulassen.</p><p>Als weiteres Beispiel nannte der Bischof die Fußwaschung. Sie stehe für dienende Liebe, werde aber selbst von den Jüngern missverstanden. Während Judas bereits den Verrat plane, wehre sich Petrus gegen die Geste. „Es ist zum Heulen“, sagte Bischof Jung und sprach von einem grundlegenden Unverständnis gegenüber Jesu Botschaft, das bis in die Gegenwart reiche.</p><p>Besonders eindrücklich schilderte der Bischof die Szene am Ölberg. In der Nacht vor seiner Verhaftung ringe Jesus in Einsamkeit und Angst mit seinem Schicksal, während die Jünger schlafen. Diese Erfahrung existenzieller Verlassenheit sei vielen Menschen vertraut, erklärte der Bischof. Zugleich zeige Jesu Gebet ein tiefes Vertrauen in Gott. Die Tränen Jesu seien daher nicht nur Ausdruck menschlicher Schwäche, sondern hätten heilende Kraft. In ihnen nehme Gott selbst das Leid der Welt auf sich. Bischof Jung rief dazu auf, diese Perspektive in den eigenen Glauben zu integrieren und die Karwoche als Chance zur inneren Erneuerung zu nutzen.</p><p>Die Junge Domkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth sang „Ubi caritas“ von Maurice Duruflé, „Pange lingua“ von Anton Bruckner, „Tristis est anima mea“ von Jouzas Naujalis und „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ (Psalm 22) von Felix Mendelssohn Bartholdy. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Klais-Orgel. Nach dem Gloriagesang verstummten Glocken und Orgel. Erst beim Gloria in der Osternacht werden sie wieder erklingen. Am Ende der Messe übertrugen Bischof Jung und Mitglieder des Domkapitels das Allerheiligste in die Schönbornkapelle, wo sich die nächtliche Anbetung, die sogenannte Ölbergstunde, anschloss. Schmuck, Kerzen und Decken wurden vom Altar entfernt. Der Tabernakel blieb offen und leer.</p><p>Die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben Christi feiert Bischof Jung zur Todesstunde Jesu am Karfreitag, 3. April, um 15 Uhr im Kiliansdom. Am Karfreitag wird des Kreuzestodes Jesu gedacht. Er ist gebotener Fasten- und Abstinenztag sowie „stiller Feiertag“. Um 8 Uhr wird im Dom, wie auch am Karsamstag, eine Trauermette gefeiert. Die traditionelle<a href="https://www.pg-12-apostel.de/event/lohrer-karfreitagsprozession-2025-copy/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer"> Karfreitagsprozession in Lohr am Main </a>&nbsp;findet ab 10.30 Uhr in der Lohrer Innenstadt statt.</p><p class="text-right"><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(1526/0333; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71614</guid><pubDate>Thu, 02 Apr 2026 20:30:00 +0200</pubDate><title>„Mache seine Tränen für uns zur Quelle des Heils“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/mache-seine-traenen-fuer-uns-zur-quelle-des-heils/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung am Gründonnerstag, 2. April 2026, im Würzburger Kiliansdom </description><content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNoSpacing">Die Tränen sollen in diesem Jahr mein Leitfaden sein für die Betrachtung von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.</p><h3>Gründonnerstag und die Tränen Jesu</h3><p><em><strong>Tränen der Enttäuschung</strong></em><br /><strong>Jesus weint darüber, dass Jerusalem seine Stunde nicht erkannt hat</strong></p><p>„Als Jesus näherkam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was Frieden bringt. Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.“ (Lukas 19,41-42)</p><p>So sagt Jesus nach dem Einzug in Jerusalem. Die Heilige Stadt ist nicht bereit, den Messias, den Heiligen, aufzunehmen, der ihr die ersehnte Rettung bringt, ganz im Gegenteil:</p><p>„Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind.“ (Lukas 13,31), klagt Jesus.</p><p>Die Tränen des Herrn über Jerusalem sind auch Tränen über die Kirche. Jahr für Jahr feiern wir die heiligen drei Tage. Aber sind wir auch innerlich dafür bereitet? Haben wir seine Stunde erkannt und uns auf unsere Stunde der Begegnung mit dem Messias vorbereitet? Hat uns dieser Messias was zu sagen? Erwarten wir noch etwas von ihm? Oder rührt uns das alles nicht weiter an?</p><p>Die Tränen Christi zu Beginn der heiligen drei Tage sind Tränen der Enttäuschung, dass es möglich ist, die ausgestreckte Hand Gottes einfach nicht zu sehen und sie nicht zu ergreifen. Der Hebräerbrief sagt in drastischen Worten, dass jeder, der den Glauben nicht ernst nimmt, den Herrn noch einmal kreuzigt und ihn neuerlich zum Gespött macht! (Hebräer 6,6) Jesu Tränen fordern uns auf, in heiligem Ernst in diese Tage einzutreten und das Geheimnis von Tod und Auferstehung so mitzuvollziehen, dass es unser Leben verändert.</p><p><em><strong>Die Tränen über den Unverstand der Jünger</strong></em><br /><strong>Die Jünger verstehen die Geste der Fußwaschung nicht</strong></p><p>Jesus liebt die Jünger „bis zur Vollendung“, so hieß es im Evangelium eindrücklich. Er will, dass sie vollendet wären als Jünger und damit ihrem Meister gleichkämen. Er will sie vollenden nicht nur durch Belehrung, sondern durch das gelebte Beispiel, weil Worte nur bewegen, aber das Beispiel wirklich zur Nachahmung einlädt, weil er als das „fleischgewordene Wort“ Worte zu Taten werden lässt. Deshalb wird der Meister zum Knecht und der Herr zum Diener. Denn groß ist nicht der, der über andere herrscht, sondern der, der anderen dient – das ist die Botschaft und das Beispiel Jesu. Aber die Jünger verstehen es nicht: Judas plant den Verrat, weil er mit einem solchen Messias nichts anfangen kann. Und Petrus will sich nicht waschen lassen, denn er ahnt, dass er dann auch zum Diener der anderen werden müsste, er, der „Felsenmann“ und Anführer der Jünger. Es ist zum Heulen. Jesus weint über den Unverstand der Jünger.</p><p>Es ist befremdend, wenn einen plötzlich keiner mehr versteht und wenn man wie gegen eine Mauer läuft. Kann das sein? Ist man sich tatsächlich so fremd geworden? Oder war man sich noch nie wirklich nah? Hat man sich so ineinander getäuscht? „Begreift ihr, was ich an euch getan habe?“, fragt Jesus. Die Jünger haben es offensichtlich nicht begriffen. Und wir?</p><p><em><strong>Tränen der Angst und des einsamen Ringens am Ölberg</strong></em><br /><strong>Jesus weint in der einsamen Nacht der Entscheidung</strong></p><p>Die Lebenshingabe im Zeichen der Fußwaschung hatte Jesus unterstrichen durch das Brechen des Brotes und den Segen über den Kelch. Durch beides gab er den Jüngern Anteil an seinem Leben. Was er zeichenhaft vorwegnahm, löst er ein beim Gebet am Ölberg. Die Jünger beten nicht mit, sie schlafen, verschlafen das Wichtigste: den betenden Meister zu sehen, der mit Gott, seinem Vater, ringt um diesen letzten Weg: „Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst.“ (Markus 14,36) Tränen der Angst weint Jesus in dieser einsamsten aller Nächte, während die anderen teilnahmslos schlafen und ihn alleine lassen. Nächte, die auch wir wahrscheinlich alle kennen – eine letzte Einsamkeit, die einem niemand abnehmen kann, in der man eine Entscheidung fällen muss, die man nicht delegieren kann, in der man ringt um den eigenen Lebensweg und um die Treue zu sich und zu Gott, in der man einfach Angst hat vor dem, was kommt, und keiner ist da, der helfen könnte. Wenigstens ein Engel habe Christus in dieser Nacht getröstet, weiß zumindest der Evangelist Lukas zu berichten (Lukas 22,43). Die Tränen der einsamen Angst, sie münden für Jesus ein in die Haltung der Ergebenheit in Gott und des totalen Gottvertrauens. Finde ich mich in den Tränen der Angst und der Einsamkeit des Herrn wieder? Kann ich mit ihm fühlen? Weiß ich mich durch sein Gebet in jener Nacht getragen bei meinem eigenen Ringen, in meinen Ängsten und in meiner Einsamkeit?</p><p><em><strong>Sammle meine Tränen in einem Krug</strong></em><br /><strong>Die Tränen Christi als Quelle des Heils, die die Sünden abwäscht</strong></p><p>Tränen der Enttäuschung – Tränen des Unverstands – Tränen der einsamen Angst: Die Tränen Jesu zeigen uns den wahren Menschen Jesus. Er hat ein empfindsames Herz, das sich nicht unempfindlich macht und abhärtet. Er lässt den Schmerz zu, ohne sich zu betäuben. In ihm fühlt Gott selbst die Enttäuschung, den Unverstand und die Angst dieser Welt am eigenen Leib. So werden uns die Tränen Christi kostbar. „Sammle meine Tränen in einem Krug, zeichne sie auf in deinem Buch. Dann weichen die Feinde zurück an dem Tag, da ich rufe: Ich habe erkannt. Mir steht Gott zur Seite. Ich vertraue auf Gott, ich fürchte mich nicht.“ (Psalm 56,9-10) So betet der Psalmist in Psalm 56 – ein Wort, das die Väter der Kirche auf Christus selbst gedeutet haben. Er bittet Gott, seinen Vater, darum, dass seine Tränen nicht umsonst vergossen seien, er bittet darum, dass Gott seine Tränen aufbewahre, seines Leidens gedenke und all der Schmerzen, die er um unseretwillen erlitten hat. Denn diese Tränen haben die Kraft, die Sünde der Welt abzuwaschen und auch uns im Innersten rein zu machen. Ja, Herr, sammle die Tränen Christi in einem Krug, und mache seine Tränen für uns zur Quelle des Heils. Amen.</p>

]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71570</guid><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:15:00 +0200</pubDate><title>Stehende Ovationen für die &quot;Matthäus-Passion&quot; im Kiliansdom</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/stehende-ovationen-fuer-die-matthaeus-passion-im-kiliansdom/</link><description>Würzburg (POW) Nach fast drei Stunden musikalischer Spannung hat es gefühlt eine Ewigkeit gedauert, bis die ersten Personen im Publikum sich getraut haben, Applaus zu spenden: Unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Chordirektor Benediktinerpater Philipp Meyer aus Maria Laach führten am Palmsonntag, 29. März, der Kammerchor am Würzburger Dom, die Capella Lacensis, die Würzburger Domsingknaben und das Barockensemble „Concerto München“ Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“ im Würzburger Kiliansdom auf.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:100%">Solisten waren Martin Platz (Tenor – Evangelist), Jakob Ewert (Bass – Jesus), Anna-Lena Elbert (Sopran), Jan Jerlitschka (Altus) und David Jerusalem (Bass). Das Werk Bachs gilt als Musterbeispiel dafür, dass die Qualitäten opernhaft-dramatisch und geistlich-andächtig sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig inspirieren und ergänzen können. Am Ende gab es langanhaltenden Applaus im Stehen.</span></p><p class="western text-right"><span style="line-height:100%"><i>mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(1426/0329; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen</b></u></i><i>: Fotos abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71537</guid><pubDate>Tue, 31 Mar 2026 09:16:03 +0200</pubDate><title>Hierarchie bedeutet Rückbindung an Gott</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/hierarchie-bedeutet-rueckbindung-an-gott/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung weiht Heilige Öle fürs Bistum Würzburg – Dank an die Geistlichen für ihren Dienst</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat vor den Gefahren von Machtmissbrauch in Kirche und Gesellschaft gewarnt. In der Chrisammesse im Würzburger Kiliansdom am Montagabend, 30.&nbsp;März, zog er eine historische Parallele zur Zerstörung der „Heiligen Ampulle“ während der Französischen Revolution 1793. Im Pontifikalamt wurden die Heiligen Öle für die 43 Pastoralen Räume des Bistums geweiht: das Katechumenenöl für die Salbung der Taufbewerber, das Chrisamöl für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe sowie für die Weihe von Kirchen und Altären, das Krankenöl für die Krankensalbung.</p><p>Mit dem Zerbrechen des Gefäßes, das als Quelle des königlichen Salböls galt, sei damals symbolisch das Ende des „Königtums von Gottes Gnaden“ besiegelt worden, erklärte der Bischof in seiner Predigt. Ursache dafür sei die Fehlentwicklung hin zu absolutistischer Herrschaft gewesen. „Sakrales Amt wurde sakralisiertes Amt“, sagte Bischof Jung. Herrschende hätten sich als unantastbar verstanden und niemandem mehr Rechenschaft abgelegt. Der Missbrauch von Macht habe letztlich zum Verlust von Ansehen und Legitimation geführt.</p><p>Bischof Jung betonte, wahre „Hierarchie“ bedeute nicht Absolutismus, sondern die Rückbindung an Gott. Jesus selbst habe sein Handeln stets aus der Beziehung zum Vater heraus verstanden. Dieses Vorbild gelte auch für Priester und Diakone, die in der Chrisammesse ihre Weiheversprechen erneuerten. Den Geistlichen dankte Bischof Jung für ihren Dienst im Bistum. „Danke für alles Mittun, Mitringen und Mitdienen.“ Gerade in schwierigen Zeiten brauche es die gemeinsame Rückbesinnung auf den Glauben und die Erneuerung der Sendung.</p><p>###GALERIE###</p><p>Der Bischof rief die Priester und Diakone dazu auf, ihr Amt in Gebet, im Dienst an Bedürftigen und in Gehorsam zu leben. Sakramente dürften nicht aus eigener Vollmacht gefeiert werden, sondern nur „in persona Christi“. Auch das Wort Gottes müsse Maßstab des Handelns bleiben. Zugleich unterstrich Bischof Jung, dass die Kirche bewusst keine „Heilige Ampulle“ besitze. Das geweihte Öl sei kein verfügbarer Besitz, sondern müsse immer neu als Gabe Gottes erbeten werden. Wer glaube, darüber verfügen zu können, verkenne dessen geistliche Bedeutung.</p><p>Nach der Predigt brachten vier Diakone das Chrisamöl, vier Katechetinnen und Katecheten das Katechumenenöl und vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas sowie der Bahnhofsmission das Öl für die Krankensalbung zum Altar. Dort wurden die einzelnen Öle zum Teil beim Hochgebet, zum Teil am Schluss der Feier geweiht.</p><p>Grundstoff der drei Heiligen Öle ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Für das Bistum Würzburg werden pro Jahr insgesamt rund 60 Liter benötigt. Die Salbung mit Öl ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.</p><p>Nach dem Gottesdienst erhielten Vertreter der neun Dekanate die Öle, die in den folgenden Tagen in die Gemeinden der Diözese gebracht werden.</p><p>Die Frauenchoralschola „Vox anima“ unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller sang die Choralmesse VIII De Angelis und ein Choralproprium. An der Klais-Orgel spielte Domorganist Professor Stefan Schmidt.</p><p><em><strong>„Tag der Besinnung“ für Priester und Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber</strong></em></p><p>Bereits am Nachmittag sprach Professor Dr. Stefan Kopp beim „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber im Kiliansdom über das Thema „Liturgie in meinem Leben im geistlichen Dienst – eine Standortbestimmung“. Kopp ist Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwigs-Maximilians-Universität München und Stiftungsdirektor des Herzoglichen Georgianums in München. Er sprach von einer „Umbruchsituation“, in der sich die Erwartungen an die Priester und Diakone, aber auch die eigenen Rollenbilder „dramatisch verändern“. Anhand von Impulsen, gefolgt von kurzen Zeiten der Stille, lud er zum Nachdenken über den Umgang mit Spannungen und Enttäuschungen ein.</p><p>Er begann mit der Frage: „Welche Rolle spielt die Liturgie in meinem Leben? Wo ist sie für mich vor allem Dienst? Wo habe ich Freude an ihr, wo habe ich eine Last an ihr?“ Eine der Kernaufgaben des Priesters sei die Feier der Eucharistie, fuhr Kopp fort. Das Vorstehen bei der Eucharistie sei zugleich eine Kunst und ein Dienst: „Es geht darum, nicht mit meiner Person den Blick auf die Mitte, auf Jesus Christus, zu verstellen. Wann fühle ich mich als Vorsteher der Messe wohl? Gibt es Gemeinden, mit denen ich besonders gerne Messe feiere, oder solche, zu denen ich auf Distanz gehe? Was ist mir persönlich bei der Feier der Messe wichtig?“ Er lud dazu ein, sich vor jeder Messe Gedanken zu machen: „Was ist für mich bei der Feier der Messe heute besonders wichtig? Was könnte mir helfen, immer wieder neu bewusst die Messe zu feiern?“</p><p>Bei den Kasualien wie Taufe oder Heirat können unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallen. „Wir feiern sie häufig mit wenig religiös sozialisierten Menschen.“ Der Priester stehe einerseits für Verlässlichkeit und einen festen Ritus, könne aber durch ignorierte Erwartungen die Menschen auch verletzen. „Was sind meine Ziele bei der Feier der Kasualien? Wie gehe ich mit der Erwartung um, dass die Kirche und ich als ihr Vertreter Dienstleister sind? Woran können die Mitfeiernden erfahren, dass ich für Jesus stehe?“ Der Priester spende aber nicht nur Sakramente, er empfange sie auch selbst. „Wir sind füreinander Diener“, betonte Kopp. Er ermutigte, darüber nachzudenken, welche Rolle die Sakramente für das eigene Leben spielen: „Was bedeutet es für mich, dass ich getauft bin? Wie prägt mich meine Ordination? Wofür brauche ich vielleicht auch andere Priester?“</p><p>Der Referent schloss mit einem Blick auf das Gebet. „Gebet ist nicht nur Ausdruck dessen, was mich bewegt, sondern auch dessen, was mich bewegen soll.“ Er stellte zum einen die Frage nach der Tagzeitenliturgie: „Welche Rolle spielt sie in meinem Leben und meiner pastoralen Arbeit? Was motiviert mich, das Stundengebet zu verrichten?“ Zugleich betonte er das persönliche Gebet. Er erzählte von seinen Erfahrungen mit dem Projekt „Stille auf Juist“, bei dem eine Ordensschwester an jedem Werktagmorgen zu Meditation und stillem Gebet anleitet. Kopp sah darin einen Anstoß, über „den eigenen Kirchturm hinaus“ zu denken und auch in großen pastoralen Einheiten Orte mit einer eigenen geistlichen Prägung zu finden. Er schloss seine Impulse mit der Frage: „Wo wird in meinem Leben konkret, dass ich aus dem Geist der Innerlichkeit lebe und ein Mann des Gebets sein oder werden möchte? Was hilft mir dabei und was hindert mich daran?“</p><p class="text-right">mh/sti (POW)</p><p>(1426/0323; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71516</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 18:30:00 +0200</pubDate><title>„Der Herr gibt reichlich“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/der-herr-gibt-reichlich/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung bei der Chrisammesse am Montag, 30. März 2026, im Würzburger Kiliansdom </description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Mitbrüder im bischöflichen, priesterlichen und diakonalen Amt,</p><p>liebe Schwestern und Brüder im Herrn!</p><p><em><strong>Die Zerstörung der Heiligen Ampulle mit dem göttlichen Salböl 1793</strong></em></p><p>Man schrieb den 7. Oktober 1793. Es war auf dem Platz vor der Kathedrale von Reims, dem traditionellen Krönungsort der französischen Könige. Da zerbrach der Bürger Philippe Rühl als Vertreter des Elsass im französischen Nationalkonvent in einer öffentlichen Zeremonie die berühmte „Heilige Ampulle“.</p><p>Was aber war die „Heilige Ampulle“? Seit der Taufe und Krönung Chlodwigs zum ersten König der Franken wurde in der „Heiligen Ampulle“, der „sainte ampoule“, das Heilige Salböl aufbewahrt, das angeblich niemals versiegte und den Fortbestand des französischen Königtums auf ewig garantierte.</p><p><strong><em>Das symbolische Ende der verhassten Königsherrschaft</em></strong></p><p>Mit der Zerstörung der „Heiligen Ampulle“, des heiligen Ölgefäßes, sollte dem Königtum von Gottes Gnaden die Legitimationsgrundlage entzogen werden. Frenetischer Jubel begleitete diese Zeremonie, die das symbolische Ende der verhassten Königsherrschaft einläutete. Die Ampulle war zerbrochen. Das Öl verschüttet. Das Ende der Königssalbung war damit besiegelt.</p><p><em><strong>Die Fehlentwicklung der Königsherrschaft zum Absolutismus</strong></em></p><p>Fragt man sich, wie es so weit kommen konnte, so ist die Antwort nicht schwer: Es war die Fehlentwicklung des Königtums von Gottes Gnaden zur absolutistischen Herrschaft. Sakrales Amt wurde sakralisiertes Amt. Man fühlte sich unantastbar und unhinterfragbar. Die Herrschenden sahen sich niemanden mehr zur Rechenschaft verpflichtet und schalteten und walteten wie sie wollten. Durch den Missbrauch absoluter Macht hatte das Königtum den einstigen Nimbus eingebüßt, die Macht missbraucht und den Anspruch auf Herrschaft verwirkt.</p><p>Das Resultat sprach für sich: Das Land war durch endlose Kriege ausgeblutet, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Hungersnöte und grassierendes Elend waren die Folge. Vom mythischen „Königsheil“ keine Spur mehr.</p><p>Wenn schließlich ein einfacher Bürger die „Heilige Ampulle“ zerbrach, vollzog er mit dieser scheinbar sakrilegischen Handlung folgerichtig nur, was längst Wirklichkeit geworden war: Das Königtum hatte seine Würde verspielt, seinen Glanz verloren, das heilige Öl entehrt.</p><p><em><strong>Hierarchie meint nicht Absolutismus, sondern Rückbindung an Gott</strong></em></p><p>Aber wahre Hierarchie ist niemals Absolutismus. Wahre Hierarchie ist niemals losgelöst und menschlicher Willkür überlassen. Das Gegenteil ist der Fall: „Hier-Archie“ heißt „Heilige Herrschaft“, und diese liegt beim dreifaltigen Gott. Er sendet seinen Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes in diese Welt: Nur so wird Jesus zum „Christus“, zum Messias, zum Gesalbten durch die Gnade Gottes, und er bleibt es ein Leben lang.</p><p>Der Evangelist Lukas zeigt uns immer neu den betenden Jesus, der vor jeder wichtigen Entscheidung seines Lebens betet und der damit immer neu in allem, was er tut, die Rückbindung zu Gott sucht. Er handelt nicht absolut, sondern lebt aus seiner Beziehung zum himmlischen Vater.</p><p>Deshalb sagt Jesus im Johannesevangelium so eindrücklich: „Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, sodass ihr staunen werdet“ (Joh 5,19-20).</p><p><em><strong>Weiheversprechen, sich täglich Christus enger zu verbinden</strong></em></p><p>Diese Rückbindung Christi an den Vater zeigt sich auch in unseren Weiheversprechen, die zu erneuern wir heute zusammengekommen sind.</p><p>Wir versprechen, uns täglich Christus, dem Herrn, enger zu verbinden, um so die eigene Sendung besser zu verstehen. Denn wir müssen bei all unserem Tun auf ihn schauen und uns an ihm orientieren.</p><p><em><strong>Weiheversprechen, das Gebet für die Kirche darzubringen</strong></em></p><p>Diese Rückbindung zeigt sich auch im Weiheversprechen, zu Männern des Gebets zu werden. Das Gebet zu Gott und das fürbittende Gebet für die Kirche und die Welt ist eine dreifache Rückbindung des Dienstes, der eben nie absolut gedacht ist, sondern immer nur in Verbindung mit Gott und mit einer konkreten Ortskirche und ihren Menschen, zu denen wir uns im Namen Gottes gesandt wissen.</p><p><em><strong>Weiheversprechen, den Armen und Notleidenden beizustehen</strong></em></p><p>Diese Rückbindung zeigt sich auch im Weiheversprechen, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden beizustehen. Denn unser Dienst muss Maß nehmen an Christus, der nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen.</p><p><em><strong>Weiheversprechen, den Gehorsam zu erneuern</strong></em></p><p>Diese Rückbindung zeigt sich auch im Gehorsamsversprechen, das dem Bischof geleistet wird. Es soll dazu helfen, in der eigenen Sendung immer tiefer und reifer Christus nachzufolgen und nicht selbstherrlich zu handeln. Im Gehorsam geht es darum, frei zu werden und sich dorthin senden zu lassen, wo die Kirche unseren Dienst am dringendsten braucht und wo er gute Früchte erhoffen lässt.</p><p><em><strong>Weiheversprechen, die Mysterien in gläubiger Ehrfurcht zu feiern</strong></em></p><p>Diese Rückbindung zeigt sich im Versprechen, die Sakramente nicht absolut, also kraft eigener Vollmacht, zu feiern, nicht uns in den Vordergrund zu drängen, sondern immer nur „In Persona Christi“, um den Herrn selbst zu Wort kommen zu lassen und ihn wirksam werden zu lassen.</p><p>Wir feiern sie immer nur in der Kraft seines Heiligen Geistes, der unser menschliches Wirken salben muss, damit es uns mit Gott verbindet und zum wahrhaftigen Gottesdienst wird, der die Kraft zur Verwandlung in sich trägt.</p><p><em><strong>Weiheversprechen, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen</strong></em></p><p>Diese Rückbindung zeigt sich im Versprechen, das Wort Gottes zum Maßstab unseres Dienens zu machen. In der „Lectio Divina“, der geistlichen Schriftlesung, eröffne ich dem Herrn den Raum, um zu mir zu sprechen, damit sein Wort mir zu Herzen gehen kann und mich von innen her verwandelt.</p><p><em><strong>Der Heilige Geist muss immer neu erbeten werden</strong></em></p><p>Die Kirche hat keine „Heilige Ampulle“, die Menschen aufbewahren könnten und die ein sicherer und fester Besitz wäre – mit Bedacht! Nein, das heilige Öl bleibt ein unverfügbarer Schatz. Es muss uns immer neu geschenkt werden in der Ölweihe, in der wir um den Segen Gottes bitten für das Öl, das wir ihm heute darbringen.</p><p>Sicher, das heilige Öl geht dem Herrn nie aus. Aber wehe dem, der meint, es wäre sein fester Besitz und er müsste sich nicht immer neu dieses Öls als würdig erweisen.</p><p>Gott selbst hat in der Salbung für unseren Dienst sein gutes Werk in uns begonnen. Er vollende dieses gute Werk auch in uns, auf dass wir zum Wohlgeruch Christi werden kraft dieses wohlriechenden Öls. Ja, der Herr selbst gebe uns immer neu dieses Öl der Freude und begleite unser Wirken mit seinem reichen Segen. Das wünsche ich mir und Ihnen allen für unseren Dienst als Gesalbte und Geweihte.</p><p><em><strong>Der Dank für den Dienst</strong></em></p><p>Als Bischof danke ich Ihnen im eigenen Namen, aber auch im Namen unseres Weihbischofs und unseres Generalvikars von Herzen für Ihr Zeugnis und Ihren Dienst in unserem Bistum. Schön, dass wir heute so zahlreich zusammengekommen sind, um uns auf unseren heiligen Ursprung zu besinnen und den Segen für das heilige Öl herabzurufen. Diese Gemeinschaft stärkt uns und trägt uns, auch und gerade in diesen Tagen, in denen wir bisweilen den Eindruck haben, uns sei das Öl ausgegangen. Nein, der Herr gibt reichlich. An uns ist es, all unser Denken, Reden und Tun von ihm salben und heiligen zu lassen. Danke für alles Mittun, Mitringen und Mitdienen.</p><p>Erneuern wir nun unsere Gelübde „offen vor dem ganzen Volk“ (Ps 116,18).</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71273</guid><pubDate>Fri, 20 Mar 2026 10:15:35 +0100</pubDate><title>Kraft im Glauben gefunden</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/kraft-im-glauben-gefunden/</link><description>Judith Gessler aus Hösbach will sich in der Osternacht taufen lassen – Suche nach Spiritualität und Gemeinschaft führte zur katholischen Kirche</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hösbach </strong>(POW) „Ich bin langsam in Entscheidungen, aber irgendwann dachte ich, jetzt muss ich das mal ‚eintüten‘“, sagt Judith Gessler. Die 54-jährige Hösbacherin gehört zu den sieben Erwachsenen, die dieses Jahr im Bistum Würzburg an Ostern in die katholische Kirche aufgenommen werden möchten. Die Zulassung dazu wurde ihnen am 22. Februar bei einem feierlichen Gottesdienst von Bischof Dr. Franz Jung im Würzburger Neumünster erteilt.</p><p>Dass sie erst jetzt als Erwachsene den Schritt in die katholische Kirche macht, hat viel mit ihrer Kindheit zu tun. Gessler ist in Ostberlin aufgewachsen und Kirche war in ihrer Familie nicht präsent. „Ich mochte aber als Kind schon die Gotteshäuser, die bunten Scheiben, den Weihrauchduft und die Ruhe“, erzählt sie. Mit ihrer Hochzeit kam sie dann nach Hösbach und erlebte hier, was Katholizismus bedeutet. Sie sah beispielsweise die vielen christlichen Zeichen, denen man im öffentlichen Umfeld begegnet, und war erst mal nicht begeistert. „Ich bin sogar mal richtig wütend geworden, denn dass kannte ich nicht und fand es völlig überzogen“, sagt sie lachend. Ihre beiden Kinder ließen sie und ihr Mann evangelisch taufen, weil ihr das Katholische irgendwie zu viel mit „Müssen“ und „Angst“ verbunden war. Aber sie wusste schon damals, dass sie ihren Kindern etwas mitgeben möchte.</p><p>Für sich selber kam das damals aber nicht in Frage. Doch die Jahre gingen ins Land und immer wieder gab es Anstöße, die sie zum Nachdenken über ihre Beziehung zu Gott brachten. Als ihr Mann erkrankte, war für sie plötzlich nichts mehr greifbar und es kamen existentielle Fragen auf. „Da hat mir Gott wirklich geholfen, Jesus hat mir seine Hand gereicht“, formuliert sie es rückblickend. Und dann war es irgendwann soweit: Sie wollte sich taufen lassen. Warum es ausgerechnet die katholische Kirche ist, in die sie sich aufnehmen lassen will, begründet sie damit, dass sie da nach ihrem Eindruck sehr viel findet, was schon lange gewachsen ist. „An der Quelle ist das Wasser am saubersten“, so drückt sie es aus. Ihr sagen auch spirituelle Formen wie das Sakrament der Beichte und das Rosenkranzbeten zu. Letzteres macht sie seit einiger Zeit regelmäßig, manchmal in einer Frauengruppe, manchmal für sich allein, und hat erfahren: „Das ist etwa, wo ich sehr viel loslassen kann, was mir Kraft gibt, was mich erdet, wurzeln lässt.“</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/295-als-erwachsene-taufen-lassen/embed?context=external&amp;token=6s4YXZU6xwkj3vHEC5dBxA" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p>Ihr Weg zur Taufe wird begleitet von Gemeindereferent Swen Hoffmann aus dem Pastoralen Raum Aschaffenburg. Er hat in der Vergangenheit bereits vier Erwachsene zur Taufe geführt und betreut aktuell drei Taufbewerberinnen und -bewerber, darunter Gessler. Hoffmann nennt das eine reizvolle Aufgabe, weil er Menschen in einer Zeit, in der Kirchenaustritte die Regel sind, völlig gegen den Trend in die Kirche hinein begleiten kann. Im Wesentlichen besteht seine Vorbereitung aus Einzelgesprächen. Themen sind zum Beispiel die Zeichen in der heiligen Messe, das Gebet oder die Abläufe im Kirchenjahr. Aber auch aktuelle Fragen, die von den Bewerbern mitgebracht werden, bestimmen die Treffen. Hoffmann legt viel Wert darauf, nicht nur Theorie zu vermitteln. „Ich ermutige sehr dazu, Gottesdienste einfach mitzufeiern, denn so kommt man am besten rein“, sagt er. Vom Auswendiglernen hält er nicht viel. Lieber gibt er den Bewerbern Tipps an die Hand, wie sie das finden können, wonach sie suchen. Wichtig ist ihm auch, in den Austausch zu kommen über die Frage, was denn die Gottesbeziehung konkret mit dem eigenen Leben zu tun hat.</p><p>Die Vorbereitung nähert sich nun langsam dem Ende. In der Osternacht wird Gessler von Pfarrer Matthias Rosenberger in der Pfarrkirche Sankt Michael in Hösbach getauft. Der Weg ins Christsein hinein ist damit aber nicht zu Ende. Hoffmann wünscht sich für seine Taufbewerber immer, dass sie das, was sie suchen, auch in der Gemeinde finden. Gessler freut sich darauf, bald auch die Eucharistie empfangen zu können. Und sie hofft, eine Gemeinschaft von Christen zu finden, die lebendig ist. Nur Gottesdienst reiche nicht, sagt sie. Sie weiß schon: „Den Glauben in den Alltag einbinden, ist eine Herausforderung, definitiv, und da brauche ich auch immer wieder Inspiration.“</p><p class="text-right"><em>bv (POW)</em></p><p>(1326/0295; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Die gute Nachricht</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71002</guid><pubDate>Fri, 06 Mar 2026 11:01:41 +0100</pubDate><title>Bibel TV überträgt Gottesdienst aus dem Kiliansdom</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/bibel-tv-uebertraegt-gottesdienst-aus-dem-kiliansdom-21/</link><description>Würzburg (POW) Der Fernsehsender Bibel TV überträgt die Konventmesse am Sonntag, 8. März, um 10 Uhr live aus dem Würzburger Kiliansdom. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Zelebrant ist Domkapitular Monsignore Dr. Stefan Rambacher. Domorganist Professor Stefan Schmidt sowie der Aufbau- und Nachwuchschor der Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Jakob Keller, musikalische Assistenz, begleiten die Feier musikalisch. Der Gottesdienst ist auch auf TV Mainfranken (Kabel) und unter <a href="http://www.livestreams.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.livestreams.bistum-wuerzburg.de</a> im Internet zu sehen.</p><p>(1126/0248; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70486</guid><pubDate>Mon, 09 Feb 2026 10:46:16 +0100</pubDate><title>Bischof Jung feiert Kontemplative Messen in der Fastenzeit</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/bischof-jung-feiert-kontemplative-messen-in-der-fastenzeit/</link><description>Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung feiert in der Fastenzeit Kontemplative Messen im Würzburger Neumünster.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Termin ist jeweils Donnerstagabend um 17.30 Uhr am 19. und 26. Februar sowie am 5., 19. und 26. März.</p><p>(0726/0173; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Fastenzeit</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70420</guid><pubDate>Thu, 05 Feb 2026 11:43:54 +0100</pubDate><title>Bischof Jung lässt sieben Erwachsene zur Taufe zu</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/bischof-jung-laesst-sechs-erwachsene-zur-taufe-zu-1/</link><description>Würzburg (POW) Sieben erwachsene Taufbewerberinnen und Taufbewerber aus dem Bistum Würzburg erhalten am ersten Fastensonntag, 22. Februar, um 15.30 Uhr von Bischof Dr. Franz Jung im Würzburger Neumünster die Zulassung zu Taufe, Firmung und Eucharistie. </description><content:encoded><![CDATA[
<p>Die diesjährigen Bewerberinnen und Bewerber, die auch Katechumenen genannt werden, stammen aus den Pastoralen Räumen Aschaffenburg, Aschaffenburg Ost, Bad Kissingen, Lohr am Main, Marktheidenfeld und Würzburg links des Mains. Seit 29 Jahren findet in der Diözese Würzburg am ersten Fastensonntag die Feier der Zulassung statt. Auf dem Weg zum Christwerden ist diese Feier eine wichtige Stufe, bei der die Gemeinde – vertreten durch ihren verantwortlichen Seelsorger – ihren Taufbewerber oder ihre Taufbewerberin dem Bischof vorstellt und diesem das sogenannte Empfehlungsschreiben überreicht. Dieses Schreiben drückt die Bitte der Gemeinde an den Bischof aus, den Taufbewerber in die Gemeinschaft der Kirche aufzunehmen. Mit der Zulassungsurkunde wird der zuständige Ortspfarrer durch den Bischof beauftragt, den Bewerber oder die Bewerberin in der Heimatgemeinde durch die Feier der Eingliederung in die katholische Kirche aufzunehmen. Die Feier mit den Sakramenten Taufe, Firmung und Eucharistie hat ihren Platz in der Osternacht oder an einem Sonntag in der Osterzeit.</p><p>(0726/0155; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70108</guid><pubDate>Fri, 23 Jan 2026 12:16:14 +0100</pubDate><title>Neue Gräber für Weihbischöfe in der Sepultur des Kiliansdoms</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/neue-graeber-fuer-weihbischoefe-in-der-sepultur-des-kiliansdoms/</link><description>Würzburg (POW) Vier neue Ruhestätten für verstorbene Weihbischöfe entstehen derzeit in der Sepultur des Würzburger Kiliansdoms. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Diese ist seit dem Beginn der Bauarbeiten am 31. März 2025 für die Öffentlichkeit geschlossen. Bis zur Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, die vom 23. bis 26. Februar in Würzburg stattfindet, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, erklärte Burkhard Falkenberg, Architekt in der Abteilung Bau der Diözese Würzburg, bei einem Pressegespräch am Donnerstag, 22. Januar. Seit der Beisetzung von Weihbischof Helmut Bauer im Jahr 2024 waren die Grüfte in der Sepultur vollständig belegt. Drei neue Ruhestätten entstehen in der mittleren Kapelle links vom Altar, eine weitere in der äußeren Gruft rechts vom Altar. Bei letzterer handelt es sich laut Falkenberg um ein historisches Grab, das wohl aus der Barockzeit stammt. Für die Bauarbeiten wurde die historische Orgel eingehaust, die Kapellen mit Staubwänden geschützt sowie Altar, Bänke und die sonstige Ausstattung mit Plastikplanen und -folien abgedeckt. Die Baumaßnahmen werden von der Abteilung Bau und dem Kunstreferat der Diözese Würzburg begleitet. Zuletzt wurden im Jahr 2000 im Westflügel des Kreuzgangs 24 neue Grüfte angelegt, in denen die verstorbenen Mitglieder des Domkapitels beigesetzt werden.</p><p>(0526/0106; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70059</guid><pubDate>Wed, 21 Jan 2026 16:39:37 +0100</pubDate><title>„Ein fröhlich Herz tut gut“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/ein-froehlich-herz-tut-gut-1/</link><description>Ökumenischer Gottesdienst der Karnevalisten – Domkapitular Monsignore Clemens Bieber: Fröhlichkeit ist in turbulenten Zeiten wichtig </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Als die Uhr 19.11 schlägt, erklingt Blasmusik im bis auf den letzten Platz gefüllten Würzburger Neumünster. Der Spielmannszug der Ranzengarde, der am Dienstagabend, 20. Januar, den feierlichen Start zum ökumenischen Gottesdienst der Karnevalisten gestaltet, marschiert den Mittelgang der Kirche entlang. Dahinter folgen die in blaue Uniformen gekleidete Prinzengarde und der Elferrat mit seinen orangenen Anzügen. Es folgen die Fahnenträger der anwesenden Karnevalsgesellschaften, die Prinzenpaare und letztlich der Gottesdienst-Verantwortliche des Elferrats, Christian Englert, sowie Domkapitular Monsignore Clemens Bieber.</p><p>Als die Musik und der Applaus verhallen, eröffnet Englert den 28. Gottesdienst der Karnevalisten, indem er alle Anwesenden mit närrischen Reimen begrüßt. Nach dem Segen für die Sessionskerze des Elferrats beginnt Domkapitular Bieber mit seiner Predigt. Zunächst würdigt er den feierlichen Einzug. „Gekonnt der Einzug, stracks und flott. Ich ruf‘ euch herzlich zu: Grüß Gott!“ Immer wieder geht ein Lachen durch die Gottesdienstgemeinde.</p><p>###GALERIE###</p><p>Auch den Katholikentag lässt Bieber nicht unerwähnt. „Hab Mut, steh auf, so das Motiv. Das klingt doch zunächst positiv.“ &nbsp;Bischof Dr. Franz Jung rät er, Papst Leo einzuladen. „Ganz Würzburg läge ihm zu Füßen. Der Spielmannszug könnt‘ ihn begrüßen.“ Auch die ernsten Themen erwähnt Bieber in seiner Predigt. So reimt er über die Geschehnisse in der Berliner Silvesternacht, in Crans Montana und die derzeitigen Kriege. Dennoch ermutigt er die Karnevalisten, in dieser Zeit zu feiern. „Und dieser Satz betrifft die Lage gerade dieser Fastnachtstage: dass jeder damals so wie heut‘, mit den Fröhlichen sich freut.“ Er bezieht sich auf den heiligen Paulus, der schrieb, sich stets auf das Gute zu besinnen und sich vor dem Bösen in Acht zu nehmen. „Paulus klingt hier ungefähr, als ob er Fassenachter wär!“ Die Predigt endet mit „dem Lieblingswort der Herrn und Damen“, dem „Helau und Amen“.</p><p>Nach dem Gottesdienst folgen noch reichlich Dankesworte an Englert sowie alle Beteiligten der Karnevalsgesellschaft. Abschließend werden noch der Spielmannszug der Ranzengarde und Organist Sven Geier gewürdigt, die auch dieses Jahr den Gottesdienst musikalisch gestalteten. Dann führt der Spielmannszug die Gottesdienstgemeinde nach draußen vor das Neumünster, wo trotz Kälte weiter heitere Karnevalsmusik erklingt.</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(0526/0100; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69836</guid><pubDate>Sun, 11 Jan 2026 17:55:07 +0100</pubDate><title>Stehende Ovationen für die Junge Domkantorei </title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/stehende-ovationen-fuer-die-junge-domkantorei/</link><description>Würzburg (POW) Mit donnerndem Applaus und stehenden Ovationen haben die Zuhörerinnen und Zuhörer am Samstag, 10. Januar, auf die Aufführung der Kantaten IV-VI von Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ im Würzburger Kiliansdom reagiert. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth musizierten die Junge Domkantorei Würzburg, das Barockensemble Concerto München sowie die Solisten Marie-Sophie Pollak (Sopran), Charlotte Wilhelm (Echo-Sopran), Ulrike Malotta (Alt), Tilman Lichdi (Tenor) und Krešimir Stražanac (Bass).</p><p>&nbsp;(0326/0054; E-Mail voraus)<br /><em><strong>Hinweis für Redaktionen</strong>: Fotos abrufbar im Internet&nbsp;</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69672</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 2026 12:00:00 +0100</pubDate><title>Mutig ins neue Jahr gehen</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/mutig-ins-neue-jahr-gehen/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalgottesdienst zum Jahresschluss im Kiliansdom und stellt Jahresmotto für 2026 vor ‒ Heiliges Jahr brachte zahlreiche Früchte</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat beim Pontifikalgottesdienst zum Jahresschluss am Mittwoch, 31. Dezember, im Würzburger Kiliansdom das Heilige Jahr im Bistum Würzburg offiziell beendet. Es stand unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“. Zugleich stellte er das Jahr 2026 für das Bistum unter das Motto „Hab Mut, steh auf!“. Unter diesem Leitwort steht zugleich der 104. Deutsche Katholikentag, der vom 13. bis zum 17. Mai in Würzburg stattfindet. In seiner Predigt stellte der Bischof die Gottesmutter Maria als Vorbild für mutigen Glauben vor. In dem Gottesdienst wurde zudem an Früchte des Heiligen Jahres wie gemeinsame Wallfahrten nach Rom und Südtirol, verstärkte Sozialraumorientierung, Angebote wie „Nacht der Hoffnung“ und „Lectio Divina“ erinnert. Mit einer eucharistischen Anbetung und dem eucharistischen Segen endete die Feier.</p><p>In fünf Situationen ihres Lebens habe Maria besonderen Mut und Entschlossenheit bewiesen, erklärte der Bischof in seiner Predigt: bei der Verkündigung durch den Engel Gabriel, in der Annahme des Jesuskindes, im Vertrauen auf eine gute Zukunft trotz der schwierigen Situation der Heiligen Familie, bei der Hochzeit zu Kana und unter dem Kreuz. Bischof Jung rief die Gläubigen dazu auf, sich an Maria zu orientieren. Er ermunterte zudem, neue Herausforderungen im Glauben mutig anzunehmen, Missstände ehrlich zu benennen, Christus nicht zu verleugnen und gerade in Zeiten von Leid und Ohnmacht Menschen beizustehen.</p><p>„Hab im neuen Jahr Mut, wenn Dich jemand anfragt für eine neue Herausforderung oder Aufgabe, und glaube an die Gnade, die damit verbunden ist. Wem der Herr eine Aufgabe gibt, dem gibt er auch die Kraft dazu“, sagte Bischof Jung. Die Gläubigen seien wie Maria eingeladen, sich zu ihrer Liebe zu Christus zu bekennen, egal, was die Menschen sagten. Jesus betone: „Wer mich verleugnet, den werde auch ich verleugnen.“</p><p>Mit Christus als einendem Band könnten Christinnen und Christen wie Maria durch Höhen und Tiefen des Lebens gehen. Wie die Gottesmutter in Kana darauf hinweise, dass Wichtiges auszugehen drohe, sollten auch die Gläubigen im neuen Jahr den Mut haben, darauf hinzuweisen, wenn etwas Wesentliches fehle, und Gott zu bitten, dass er die Leere mit seiner Fülle segnen möge. Weil Maria mit Johannes unter dem Kreuz ausharre und ihre Ohnmacht aushalte, ohne wegzulaufen, sei sie auch hier Vorbild. „Hab im neuen Jahr den Mut, auch und gerade im Leiden unsere Nächsten und Freunde nicht preiszugeben ‒ selbst wenn wir nichts dafür bekommen außer der inneren Zufriedenheit, im Glauben an ein gutes Ende eine Liebe nicht verraten zu haben.“</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><font face="Arial, sans-serif">mh (POW)</font></i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(0126/0040; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i><i> Fotos abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Pilger der Hoffnung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69607</guid><pubDate>Sat, 27 Dec 2025 09:48:14 +0100</pubDate><title>Domsingknaben begeistern mit Bachs „Weihnachtsoratorium“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/domsingknaben-begeistern-mit-bachs-weihnachtsoratorium/</link><description>Würzburg (POW) Mit stehenden Ovationen hat das Publikum am zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember, die Aufführung der Kantaten I - III von Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ im Würzburger Kiliansdom quittiert. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller musizierten die Würzburger Domsingknaben, das Barockensemble Concerto München sowie die Solisten Marie-Sophie Pollak (Sopran), Ulrike Malotta (Alt), Tilman Lichdi (Tenor) und Krešimir Stražanac (Bass). Am Samstag, 10.&nbsp;Januar 2026, um 19 Uhr lässt die Junge Domkantorei Würzburg unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth die Kantaten IV - VI des „Weihnachtsoratoriums“ erklingen.&nbsp;</p><p>(0126/0028; E-Mail voraus)<br /><em><strong>Hinweis für Redaktionen</strong>: Fotos abrufbar im Internet&nbsp;</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69592</guid><pubDate>Thu, 25 Dec 2025 12:00:00 +0100</pubDate><title>Das Licht Christi erstrahlen lassen</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/das-licht-christi-erstrahlen-lassen/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung ruft an Weihnachten zum Einsatz für Frieden und zu umfassendem Schutz des Lebens auf</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Zum Einsatz für Frieden und Versöhnung und umfassendem Schutz des Lebens von Beginn an hat Bischof Dr. Franz Jung an Weihnachten aufgerufen. In den Mittelpunkt seiner Predigten an Heiligabend, 24. Dezember, und dem ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, im Würzburger Kiliansdom stellte er jeweils die Menschwerdung Gottes.</p><p>In der Christmette am Heiligabend rief er dazu auf, auf das kleine Kind in der Krippe zu schauen und mit ihm als Begleiter durch das Leben zu gehen. Der Eintritt durch die „Tür der Demut“ in der Geburtskirche von Betlehem lehre die Gläubigen, dass Gott selbst „vom hohen Thron abgestiegen“ sei, um den Menschen in seiner Schwachheit zu begegnen. Wer durchs Leben gehe, müsse immer wieder durch solche engen Pforten gehen – in Krankheit, bei Versöhnung oder im Teilen mit Bedürftigen. So werde das Weihnachtsfest „ganz praktisch erfahrbar“.</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/ZNrPaGhZz5g?si=QtLxX-9N-fBB0PJq" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p><p>Am ersten Weihnachtstag führte Bischof Jung diesen Gedanken weiter. „Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem“, hob er hervor. Weihnachten erinnere daran, dass Gott in der Geschichte und im Heute gegenwärtig sei. Betlehem liege überall dort, „wo mitten in der Dunkelheit unseres Lebens das Licht Christi erstrahlt“. Es werde sichtbar, wo Menschenwürde geachtet, Friede gesucht und Verletzliche wie das ungeborene Leben sowie Alte und Schwerkranke geschützt werden. „Lasst uns nach Betlehem gehen“ bedeute daher, Christus Raum zu geben – „in unseren Häusern“ und „im eigenen Herzen“.</p><p>Das Ende des Jahres begeht Bischof Jung am Silvestertag, 31. Dezember, um 16 Uhr mit einem Pontifikalamt zum Jahresschluss im Kiliansdom.</p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i>mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><span style="font-style:normal">(</span><span style="font-style:normal">0126/0025; E-Mail voraus)</span></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69566</guid><pubDate>Thu, 25 Dec 2025 11:00:00 +0100</pubDate><title>„Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/wo-immer-christus-geboren-wird-ist-betlehem/</link><description>Weihnachtspredigt von Bischof Dr. Franz Jung am Hochfest der Geburt des Herrn, Donnerstag, 25. Dezember 2025, im Würzburger Kiliansdom </description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!</p><p><strong>„Lasst uns nach Betlehem gehen“</strong></p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“, so sagen die Hirten zueinander, nachdem der Engel ihnen die freudige Nachricht von der Geburt des Messias verkündet hatte.</p><p>In dieser Aufforderung steckt die gesamte Weihnachtsbotschaft.</p><p>Das will ich im Folgenden mit Ihnen bedenken.</p><p><strong>Betlehem als der Ort, an dem der Gottessohn geboren wurde</strong></p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“ – das bedeutet zunächst: Es gibt einen Ort, den man eindeutig benennen kann und der ein für alle Mal mit der Menschwerdung Gottes verbunden ist. Das ist deshalb wichtig, weil Weihnachten von einer historischen Tatsache erzählt. Weihnachten ist kein Mythos, keine fromme Legende und auch kein Lebensgefühl, das in einer bestimmten Jahreszeit über die Menschen kommt, sondern Weihnachten sagt: Gott kommt in diese Welt. Wenn Gott Mensch wird, tritt er ein in unsere Geschichte. Dann gibt es einen Ort und eine Zeit, die man genau bestimmen kann. Genau das und nur das verbürgt das Heil. Denn Gott heiligt unsere Erde und unsere Zeit, indem er hier als Mensch geboren wird.</p><p>Bis zum heutigen Tag gehört daher die Geburtskirche in Betlehem zu den heiligsten Orten der Christenheit. Hier wird die Geburtsgrotte gezeigt, in der Maria den Retter der Welt geboren hat und ihn in Windeln gewickelt hat, genau wie es der Engel den Hirten angekündigt hatte. Bis zum heutigen Tag sagen deshalb viele Pilgerinnen und Pilger weltweit mit den Hirten: „Auf, lasst uns nach Betlehem gehen!“</p><p><strong>Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem </strong></p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“ – das kann aber auch in einem geistlichen Sinn verstanden werden. Betlehem ist der Ort, an dem Christus geboren wurde. So haben wir eben gehört. Aber umgekehrt gilt auch: Wo immer Christus geboren wird, ist Betlehem. Betlehem wird damit zum Symbol für eine geistliche Wirklichkeit. Und das macht es spannend. Nach Betlehem aufzubrechen, heißt dann, nach den Orten zu suchen, an denen Christus mitten unter uns geboren wird.</p><p>Wo aber liegt dann Betlehem?</p><p><strong>Betlehem ist da, wo die Nacht zum Tag wird</strong></p><p>Christus wird in der dunkelsten Nacht des Jahres geboren. Durch seine Geburt vertreibt Gott die Finsternis. Betlehem ist also immer da, wo mitten in der Dunkelheit unseres Lebens das Licht Christi erstrahlt. Heute sind wir eingeladen, unsere persönlichen dunklen Stunden des vergangenen Jahres in seinem Licht zu betrachten. Nicht dass das Bedrückende und Schwere einfach weggeblasen wäre. Aber weil Gott in das Dunkel kommt, möchte er mit uns aus dem Dunkel in sein Licht gehen. Wenn wir nach Betlehem gehen, wird aus der Nacht unseres Lebens seine Heilige Nacht.</p><p><strong>Betlehem ist da, wo die Würde der Menschen gewahrt wird</strong></p><p>Weil an Weihnachten Gott unsere menschliche Natur angenommen hat, hat er damit auch unsere Würde erneuert. Betlehem ist also immer da, wo die Würde von Menschen nicht mit Füßen getreten wird, sondern geachtet wird. Das ist immer da, wo Menschen nicht reduziert werden auf eine Eigenschaft, sondern als Personen geachtet werden, z.B. in den Justizvollzugsanstalten, weil niemand auf seine Schuld festgelegt werden darf, sondern immer mehr ist als nur jemand, der sich verfehlt hat. Oder in den Unterkünften für Geflüchtete, weil Menschen auf der Flucht nicht nur Bittsteller sind, sondern auch Rechte haben, die gewahrt und geschützt werden müssen. Nach Betlehem gehen heißt dann auch, an die Menschenwürde aller zu erinnern und Verletzungen der Menschenwürde als solche zu benennen.</p><p><strong>Betlehem ist da, wo der Friede Gottes anbrechen kann</strong></p><p>In der Heiligen Nacht haben die Engel über den Feldern von Betlehem den Menschen den Frieden verkündet. Christus wird immer da geboren, wo wir an diesen Frieden glauben, der uns von Gott her zugesagt wird. Weil Gott sich mit der Welt versöhnt hat, sollen wir seinen Frieden weitertragen. Eine herausfordernde Aufgabe, gerade in diesen Zeiten, in denen offenbar die Kriegstreiber die Oberhand haben. Nach Betlehem zu gehen, bedeutet dann, nach dem zu suchen, was dem Frieden dient. Nicht die Gegensätze bis zur Unversöhnlichkeit zuzuspitzen, nicht die Eskalation immer weiter voranzutreiben, nicht die Unterschiede zu betonen, sondern nach dem Verbindenden Ausschau zu halten und der Versöhnung den Weg bereiten – auch und gerade im Heiligen Land. Der Weg nach Betlehem verlangt Ausdauer und den unverbrüchlichen Glauben an den Frieden der Heiligen Nacht. So gilt gerade in diesen Tagen: Lasst uns nach Betlehem gehen auf dem Weg des Friedens.</p><p><strong>Betlehem ist da, wo Menschen in ihrer Verletzlichkeit geschützt werden</strong></p><p>An Weihnachten hat Gott sich als kleines Kind verletzlich gemacht. Betlehem ist immer da, wo wir die Verletzlichsten schützen. Das gilt für das Ungeborene Leben, für das es keinen abgestuften Lebensschutz gibt, sondern das von Beginn an schützenswert ist. Das gilt aber auch für die sterbenden Menschen angesichts der Diskussion um den assistierten Suizid. Statt durch die Hand von Menschen zu sterben machen wir uns dafür stark, an der Hand von Menschen zu sterben. Weil Gott selbst unsere Verletzlichkeit geheiligt hat, heißt nach Betlehem gehen, sich für die Schwächsten stark zu machen.</p><p><strong>Betlehem und der Krippenbau in unseren Häusern</strong></p><p>Vergessen wir nicht: Unsere Häuser und Wohnungen wollen Betlehem sein. Deshalb bauen wir an Weihnachten unsere Krippen auf. Sie sind nicht nur Folklore oder ein frommer Brauch. Der Tiefe Ernst der Krippen liegt darin begründet, dass sie uns daran erinnern, dass Christus auch bei uns geboren werden möchte. Auch unser Zuhause soll Betlehem sein. Auch wir sollen heilige Familien sein. Familien, in denen Menschen um Christi willen einander annehmen. Familien, die durch die Liebe zu Christus zusammengehalten werden.</p><p>Familien, die sich freuen, dass Gott in ihrer Mitte ist und mit ihnen den Weg durchs Leben geht mit allen Höhen und Tiefen. Ja, lasst uns nach Betlehem gehen, um an unseren Krippen betend zu verweilen. Lasst uns so immer mehr Betlehem werden.</p><p><strong>Betlehem als Inbegriff für die Eucharistie</strong></p><p>Der hebräische Ortsname „Bethlehem“ heißt übersetzt „Haus des Brotes“. Schon seit den frühesten Zeiten wurde deshalb Betlehem zum Symbol für die Kirche. Denn die Kirche ist das „Haus des Brotes“. In der Mitte der Kirche feiern wir im Sakrament der Eucharistie immer neu die Vergegenwärtigung unserer Erlösung. Wie in Betlehem zum ersten Mal der „Leib Christi“ gesehen wurde, so sehen wir den „Leib Christi“ in der Feier der Eucharistie. Christus wird mit „Leib“ und „Blut“ unter uns gegenwärtig. In der Kommunion haben wir Gemeinschaft mit ihm. Wir werden „durch ihn und mit ihm und in ihm“ zu Schwestern und Brüder im Glauben.</p><p>„Lasst uns nach Betlehem gehen“ heißt also immer auch, lasst uns miteinander Eucharistie feiern. Denn an Weihnachten will Christus in uns geboren werden. Mit ihm sollen wir zu neuen Menschen werden, die „von oben geboren sind“, wie es der Evangelist Johannes sagt. Denn nur neue Menschen können die Welt im weihnachtlichen Sinne verwandeln.</p><p><strong>Hören wir also niemals auf, nach Betlehem zu gehen!</strong></p><p>Hören wir also niemals auf, nach Betlehem zu gehen. Muntern wir uns mit den Hirten immer neu gegenseitig auf, nach Betlehem aufzubrechen. Denn Weihnachten wird erst dann vollendet sein, wenn die ganze Welt sich an seiner Krippe einfindet, um ihn anzubeten. Amen.</p>

]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69565</guid><pubDate>Wed, 24 Dec 2025 23:30:00 +0100</pubDate><title>„Schau auf das kleine Kind“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/schau-auf-das-kleine-kind/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung in der Christmette an Heiligabend, 24. Dezember 2025, im Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!</p><p><strong>Enge Pforte der Geburtskirche in Betlehem</strong></p><p>Im nun zu Ende gehenden Heiligen Jahr war die Heilige Pforte im Petersdom in Rom das Ziel aller Pilgerinnen und Pilger. Auch an Weihnachten geht es um eine Heilige Pforte. Allerdings nicht in Rom, sondern in Betlehem. Ich meine mit dieser heiligen Pforte den Eingang zur Geburtskirche in Betlehem – Sie sehen sie auf ihrem Liedblatt abgedruckt. Wer schon einmal da war, wird sich gewiss an sie erinnern. Warum?</p><p>Ganz einfach. Weil die Geburtskirche im Gegensatz zu unseren Kathedralen und Domen kein prächtiges Portal aufweist. Ganz im Gegenteil. Wer die Geburtskirche betreten möchte, muss sich bücken. Er muss aufpassen, dass er sich nicht den Kopf anstößt, so eng und klein ist die Tür.</p><p><strong>Die kleine Pforte als „Tür der Demut“</strong></p><p>Dass die Tür so klein ist, hat zunächst ganz praktische Gründe. Wer genau hinschaut, sieht nämlich, dass die einst größere Tür zugemauert wurde. Man wollte verhindern, dass Unbefugte sich Zutritt verschaffen zu diesem heiligen Ort.</p><p>Überdies sagt die Überlieferung, dass auch die Könige gewohnt waren, hoch zu Ross in die Kirche einzureiten. Dem wollte man ein für alle Mal einen Riegel vorschieben. Wer die Geburtskirche betreten will, muss runter vom hohen Ross – im wahrsten Sinne des Wortes. Er muss sich üben in Demut. Deshalb heißt die kleine Tür zur Geburtskirche auch die „Tür der Demut“.</p><p><strong>Die enge Pforte des Mutterschoßes zur Menschwerdung Gottes</strong></p><p>Die Bezeichnung „Tür der Demut“ bezieht sich aber nicht nur auf die Besucher der Kirche. Die Tür der Demut passt nämlich ausgezeichnet zur Geburtskirche. Denn sie wird zum Symbol für die Menschwerdung Gottes. Denn an Weihnachten feiern wir, dass Gott sich klein gemacht hat. Der Schöpfer und Herr der Welt wählt die enge Pforte des Mutterschoßes, um als kleines Kind in diese Welt zu kommen.</p><p>„Entäußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering“, so singt die Kirche an Weihnachten im Lied „Lobt Gott ihr Christen alle gleich“ (GL 247). Der unfassbare Gott macht sich fassbar. Dazu muss er all seine Herrlichkeit und Größe ablegen, um den Menschen als Mensch zu begegnen in der Form eines hilflosen Kindes.</p><p>Gott sieht nicht länger vom hohen Thron auf die Menschen herab, sondern steigt selbst ab vom hohen Thron, um unser Leben mit uns zu teilen. Er kommt nicht als Herrscher, sondern als Diener und Knecht. Das ist die umstürzende und zugleich froh machende Botschaft von Weihnachten.</p><p><strong>Das Betreten der Geburtskirche als Eintreten in das Geheimnis der Menschwerdung</strong></p><p>So wird das Betreten der Geburtskirche zu einem „mystagogischen Ereignis“, wie man so schön sagt. Das heißt beim Eintreten muss man sich klein machen. Und in diesem Sich-Klein-Machen lernt man, was es heißt, dass Gott Mensch geworden ist.</p><p>Im Durchschreiten der „Tür der Demut“ übt man die Demut selbst ein. Man tritt gewissermaßen ein in das Geheimnis von Weihnachten. So wird Weihnachten ganz praktisch erfahrbar.</p><p><strong>Als Christen müssen wir diesen Eintritt ins Weihnachtsgeheimnis immer neu üben</strong></p><p>Diese praktische Lehrstunde in Sachen Weihnachten ist dringend notwendig. Denn es ist im Leben oft gar nicht so einfach, durch die „Tür der Demut“ zu gehen.</p><ul><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn Du deine eigene Schwäche erkennen und annehmen musst in Krankheit und Alter, weil es nicht mehr geht wie früher und eine radikale Umkehr im Leben ansteht – dann schau auf das kleine Kind, in dem Gott unsere menschliche Schwachheit angenommen hat, um sie mit seiner Gottheit zu verbinden</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn Du unversöhnt bist und nachtragend – dann schau auf das Kind, in dem Gott die Sünde der Welt hinwegnimmt und uns die Versöhnung mit sich und untereinander anbietet</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du über deinen Schatten springen und deine Bequemlichkeit ablegen musst – dann schau auf das Kind, in dem Gott die Mühen unseres Lebens mit uns teilt, damit Neues werden kann und nicht einfach alles beim Alten bleibt</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du angefragt bist mit den Bedürftigen zu teilen – dann schau auf das Kind, in dem Gott arm wird, um uns durch seine Armut reich zu machen und uns Anteil zu geben an seiner Liebe</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du deine Vorurteile über andere ablegen musst – dann schau auf das kleine Kind, in dem wir den Sohn Gottes erkennen dürfen wie der Engel sagt, durch den wir alle „eine neue Schöpfung sind“ (2Kor 5,17), von Gott her neu, weil von Gott geliebt</li><li>Die Tür der Demut ist zu durchschreiten, wenn du deine Angst überwinden musst – dann schau auf das Kind, in dem uns das Licht in der dunkelsten Nacht aufgestrahlt ist, das uns leuchtet auch in der Finsternis (Joh 1,5)</li></ul><p><strong>Die engen Pforten können zu Heiligen Pforten werden</strong></p><p>Es gibt viele enge Pforten im Leben. An Weihnachten sind wir eingeladen, mit dem Kind diese Pforten zu durchschreiten. Nicht umsonst wird Jesus später im Evangelium sagen: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!“ (Lk 13,24) Wer das wagt, für den wird so manche enge Pforte tatsächlich zur Heiligen Pforte, weil er im Glauben über sich hinausgewachsen ist und gemerkt hat, dass das enge Tor notwendig war auf dem eigenen Lebensweg, um neu zu werden.</p><p><strong>Die Tür der Demut ist die Tür der Kinder Gottes</strong></p><p>Die „Tür der Demut“ ist gerade mal 1,20 m hoch. Das Idealmaß für Kinder. Auch das wird an Weihnachten zum hochsymbolischen Maß. Mit dem Sohn Gottes können nur die Kinder Gottes durch diese Tür ein und ausgehen. Es sind die, von denen es im Johannesevangelium heißt, dass sie „nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,13). Es sind die, die in dem Kind zu neuen Menschen geworden sind. Sie haben keine Angst vor der engen Tür, sondern an der Hand des Kindes gehen sie durch diese enge Tür ins Leben.</p><p><strong>Das Ende des Prologs der Benedikt-Regel</strong></p><p>Im Vorwort zur Regel des Heiligen Benedikt heißt es am Ende:</p><p>„Sollte es (…) aus wohlüberlegtem Grund etwas strenger zugehen, um Fehler zu bessern und die Liebe zu bewahren, dann lass dich nicht sofort von Angst verwirren und fliehe nicht vom Weg des Heils; er kann am Anfang nicht anders sein als eng.</p><p>Wer aber (…) im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes.“</p><p>Wie schön! Und ermutigend! Wie immer kann der Weg des Heils und der Heilung am Anfang nicht anders als eng sein. Denn aller Anfang ist schwer. Wer aber im Blick auf Weihnachten an der Hand dieses Kindes im Glauben voranschreitet, dem wird das Herz weit und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes. Genau das wünsche ich Ihnen am heutigen Weihnachtsfest: Dass ihr Herz weit wird. Dass sie mit dem Kind das unsagbare Glück der Liebe erfahren.</p><p>Denn wenn das Herz weit wird und die Liebe zu ihrem Recht kommt, dann können wir einstimmen in den Lobgesang der Engel:</p><p><em>„Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade.“ </em></p><p>Ihnen allen von Herzen frohe und gesegnete Weihnachtstage. Amen.</p><p></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69437</guid><pubDate>Thu, 18 Dec 2025 15:00:00 +0100</pubDate><title>„Die Welt braucht unseren Zuspruch der Hoffnung und des Trostes mehr denn je“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/die-welt-braucht-unseren-zuspruch-der-hoffnung-und-des-trostes-mehr-denn-je/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung beim adventlichen Pontifikalgottesdienst für die Mitarbeitenden von Bischöflichem Ordinariat und Caritas am Donnerstag, 18. Dezember, im Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<h2 style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px;">Josef, der Träumer</h2><p>Was für ein Evangelium! Wenn Träume platzen… Josef muss zur Kenntnis nehmen, dass ihm offenbar ein anderer zuvorgekommen ist. Der Traum von der eigenen Familie – ausgeträumt! Er macht nicht groß Aufhebens von dieser persönlichen Katastrophe. Er bemüht sich vielmehr um Schadensbegrenzung und will sich im Stillen verabschieden. Er hat hier keinen Platz mehr. Seine Stelle ist weg.</p><p>Da wird er von Gott - wohlgemerkt im Traum! - zum Bleiben bewogen. Denn er erfährt jetzt, dass der geheimnisvolle Andere niemand anderes als Gott selbst ist. Gott braucht diesen Josef dringender denn je, denn er soll dem Kind den Namen geben und Mutter wie Kind behüten.</p><p>Auf diese Weise erhält Josef eine Bleibe-Perspektive. Er lässt sich auf das neue Abenteuer ein und tritt die Stelle als Vaterersatz für die heilige Familie an. Er träumt Gottes Traum mit von der Erlösung der Welt durch die Menschwerdung seines Sohnes.</p><h2>Was lernen wir daraus?</h2><p>Erstens: Das Beispiel des Josef zeigt uns: Veränderung von Stellenprofilen und Aufgabenzuschnitten gibt es schon seit Beginn der Heilsgeschichte - und wird es auch weiterhin geben.</p><p>Unser Bemühen geht jedoch dahin, Veränderungen im Stellenprofil mit den Betroffenen rechtzeitig und offen zu besprechen. Wir wollen es gerade nicht der Phantasie der Mitarbeitenden überlassen, zu raten, was sich gerade verändert. Denn diese Phantasie treibt erfahrungsgemäß unschöne Blüten. Sie steigert die Verunsicherung und führt zu Zukunftsängsten. Die Folgen lassen sich an Josef ablesen. Sie sind die innere Kündigung bzw. der Wechsel des Arbeitgebers. Das beeinträchtigt auch das Betriebsklima.</p><p>Bei euch aber soll es anders sein! Von daher danke ich allen, die bei den anstehenden Veränderungen seit Jahren bemüht sind, alle, die es betrifft, mitzunehmen und gemeinsam eine gute Perspektive zu erarbeiten. Das stärkt das Vertrauen und hilft, sich als lernende Organisation weiterzuentwickeln.</p><p>Zweitens: Im Blick auf Josef könnte man darauf hoffen, dass die Mitarbeitenden einen gesunden Schlaf haben und dass Engel auch heute noch fliegen.</p><p>Zielführender ist es allerdings, die Mitarbeitenden rechtzeitig über die künftigen Unternehmensziele aufzuklären. Das verlangt übrigens auch die erneuerte Grundordnung vom Dienstgeber. Im nun zu Ende gehenden Jahr haben wir vieles unternommen, um unseren Mitarbeitenden die Unternehmensziele nahezubringen und sie mitzunehmen auf diesem Weg.</p><p>Dieses „Mitnehmen“ gilt im wahrsten Sinne des Wortes für die drei Wallfahrten zum Heiligen Jahr nach Rom. Dabei haben wir als „Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung“ nicht nur die vier heiligen Pforten durchschritten, sondern auch so manch andere Tür zu einem guten und vertrauensvollen Miteinander aufgetan. Das war eine sehr schöne Erfahrung von Dienstgemeinschaft!</p><p>Das bietet mir die willkommene Gelegenheit, unserer MAV zu danken, mit der wir gemeinsam die Idee der Romwallfahrten für die Mitarbeitenden geboren haben. So zeigte sich wieder einmal das konstruktive Miteinander von Dienstgeber und Dienstnehmenden, für das ich als Bischof sehr dankbar bin!</p><p>Drittens: Für Josef gab es zum Glück kein böses Erwachen. Ihm wurden – das ist der humoristische Zug unserer Geschichte! - im Schlaf die Augen geöffnet. Im Schlaf wurde er eingeweiht in das große Projekt der Welterlösung. Er durfte erkennen, dass Bleiben jetzt „Erste Bürgerpflicht“ ist und er sich nicht heimlich davonzuschleichen braucht. Vor allem aber, dass alles viel größer und bedeutsamer ist, als er sich je selbst hätte träumen lassen.</p><p>Ich wünsche uns, dass auch wir uns an Weihnachten freuen, dass Gott der „Immanuel“ ist, der „Gott-Mit-Uns“. Und dass wir als kirchliche Mitarbeitende froh und stolz sind, auch heute unseren Beitrag leisten zu dürfen zu dieser großartigen Mission. Denn sie hat nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüßt, aber auch nichts von ihrer Schönheit.</p><p>Darüber muss man übrigens nicht schweigen wie der gute Josef, sondern darf ab und an auch mal ein Wort, hoffentlich ein gutes Wort, verlieren. Denn die Welt braucht unseren Zuspruch der Hoffnung und des Trostes mehr denn je in diesen aufgewühlten und unsicheren Zeiten!</p><h2>Dank</h2><p>In diesem Sinne danke ich allen für die Arbeit im vergangenen Jahr und spreche ihnen gerne meine Anerkennung aus für das Geleistete und für alles gemeinsame Ringen um eine gute Weiterentwicklung unseres Bistums und damit der Ortskirche von Würzburg. Ich tue das ausdrücklich auch im Namen unseres Weihbischofs, meines Generalvikars und im Namen Clemens Biebers.</p><p>Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien von Herzen frohe und besinnliche Weihnachtstage und die nötige Erholung für den Neustart in das Jahr 2026, in dem für Josef wie für uns alle gilt: „Hab Mut, steh auf!“, denn es gibt noch viel zu tun!</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69373</guid><pubDate>Mon, 15 Dec 2025 12:49:48 +0100</pubDate><title>Adventskonzert „Lichtersingen“ im Kiliansdom begeisterte</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/adventskonzert-lichtersingen-im-kiliansdom-begeisterte/</link><description>Würzburg (POW) Stehende Ovationen und „Bravo“-Rufe hat es am dritten Adventssonntag, 14. Dezember, für die Mädchenkantorei am Würzburger Dom gegeben. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und dessen Assistent Jakob Keller gestalteten sie im Kiliansdom rund 100 Minuten lang ein Adventskonzert unter der Überschrift „Lichtersingen“. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Orgel. Ausgehend von der schwedischen Luzia-Tradition ging der Chor der vertonten Sehnsucht nach Licht in Musik für Mädchenchor nach. Angeführt von zwei Solosängerinnen zogen Nachwuchs-, Aufbau- und Konzertchor der Mädchenkantorei bei Kerzenschein in den Dom, der in ein stimmungsvolles Lichtambiente gehüllt war. Mehrfach war das Publikum eingeladen, sich im gemeinsamen Singen mit den Chormädchen zu verbinden. Teils gemeinsam oder im Wechsel sangen hunderte „Im Advent, im Advent“, „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ und den Schlusskanon „Mache dich auf und werde licht“ mit. Ohne Zugabe durften die Akteurinnen und Akteure der Dommusik nicht den Dom verlassen. Über das gesamte Langhaus verteilt standen die Mitglieder der Mädchenkantorei und sangen „Carol of the&nbsp;Bells“.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(5125/1303; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68479</guid><pubDate>Mon, 03 Nov 2025 16:58:25 +0100</pubDate><title>Die „geistlichen Hörstörungen“ überwinden</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/die-geistlichen-hoerstoerungen-ueberwinden/</link><description>Pontifikalgottesdienst an Allerseelen mit Weihbischof Reder – Gedenken an verstorbene Bischöfe und Mitglieder des Domkapitels</description><content:encoded><![CDATA[<p>Würzburg (POW) Bei einem Pontifikalgottesdienst an Allerseelen, Sonntag, 2. November, im Würzburger Kiliansdom hat Dompropst Weihbischof Paul Reder der verstorbenen Bischöfe und Mitglieder des Domkapitels im Gebet gedacht. „Allerseelen erinnert uns daran, dass die Liebe Gottes mächtiger ist als der Tod und unsere geistliche Schwerhörigkeit. Das gemeinsame Begehen dieses Tages in der Eucharistie, im persönlichen Gebet für die Verstorbenen oder durch den Friedhofsbesuch zeigt uns, dass unsere Glaubensgemeinschaft über den Tod hinausreicht“, sagte der Weihbischof in seiner <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/die-liebe-gottes-ist-maechtiger-als-der-tod/" target="_blank" class="external-link">Predigt</a>.</p><p>Darin nahm er vor allem einen Satz aus dem Johannesevangelium in den Blick: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.“ Zur Wahrheit des Evangeliums gehöre jedoch auch, dass „die allermeisten Menschen schwerhörig sind und so seinem Wort zu wenig Vertrauen schenken, es nicht verwirklichen und nicht geschehen lassen. Darum ist unser Leben, wie es ist, und unsere Welt auch. Wir leiden unter Hörstörungen, individuellen ebenso wie globalen.“</p><p>Wenn am Allerseelentag auch an das „Fegefeuer“ oder „Purgatorium“ gedacht werde, dann könne man dieses mit einem Chor oder Orchester vergleichen, sagte der Weihbischof. Der gute Wille allein genüge nicht, um gut gemeinsam Musik zu machen, und das Einüben in einen größeren Gesamtklang laufe nicht ohne Fehler ab. „Das weiß im Hinblick auf unser Leben auch der barmherzige Gott.“ Wer nicht als Heiliger aus dem Leben scheide, der werde nur unzureichend eingestimmt in den Himmel gelangen. Im Prozess der Einstimmung in den Gesamtklang – dem „Fegefeuer“ – helfe Gott dabei, „diese geistlichen Hörstörungen, also die Defizite unserer Sünden, zu überwinden“. Der Reinigungsprozess im Fegefeuer sei dann keine zu fürchtende Strafe, „sondern eine heilsame und tröstliche Verheißung, dass Gott uns barmherzige Wege eröffnet, die uns helfen, voll Hoffnung und Sehnsucht auf die volle und letztgültige Begegnung mit dem Herrn in der Gemeinschaft aller Heiligen einzustimmen, zu der wir gerufen sind. Dafür lohnt es sich zu leben, und daraufhin lohnt es sich zu sterben. Um diesen symphonischen Frieden beten wir am heutigen Allerseelentag für unsere Verstorbenen.“</p><p>Im Anschluss an den Gottesdienst leitete der Weihbischof die Prozession durch Kreuzgang, Sepultur und Krypta zu den Gräbern der verstorbenen Bischöfe und Mitglieder des Domkapitels. Für die musikalische Gestaltung des Pontifikalrequiems sorgte die Choralschola mit der „Missa pro defunctis“ und einem Choralrequiem.</p><p>(4525/1146; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Paul Reder</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68477</guid><pubDate>Mon, 03 Nov 2025 15:59:36 +0100</pubDate><title>„Die Liebe Gottes ist mächtiger als der Tod“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/die-liebe-gottes-ist-maechtiger-als-der-tod/</link><description>Predigt von Weihbischof Paul Reder bei der Pontifikalmesse an Allerseelen, 2. November 2025, im Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder Christi,</p><p>spielen Sie ein Instrument oder singen Sie gerne? Vielleicht hören Sie auch gerne Musik, ohne selbst ein Instrument zu spielen. Wie auch immer, stellt sich die Frage: Was kommt, nachdem der letzte Ton gespielt ist oder gesungen wurde? Was kommt nach dem letzten Klang, den wir hören? – Stille.</p><p>Und wie ist das mit unserem Leben? Was kommt danach, wenn das letzte Wort gesprochen und der letzte Atemzug getan ist? Was kommt danach? Es gibt wohl kaum einen Menschen, der sich diese Frage nicht stellt. Was kommt nach dem Tod? Diese Frage mag sich im Laufe der Lebensjahre mit unterschiedlicher Dringlichkeit stellen. Doch auch Kinder sind gegenüber dieser Frage nicht gleichgültig. Sie fragen nach, wenn sie mit dem Tod konfrontiert sind. „Was ist denn jetzt mit der Oma oder dem Opa, den wir begraben haben?” Und wer von uns ist nicht mit dem Tod konfrontiert – früher oder später wir doch alle. Darum kommen auch Religionen und Sinnsysteme, die den Menschen eine Lebensorientierung geben wollen, nicht um diese Frage herum. Was kommt danach?</p><p>Als sich das Christentum formte und in der Jüngerschaftsbewegung Gestalt annahm, war es auch ein „Kind seiner Zeit“. Als der Schritt aus dem ersten Bezugsrahmen des Judentums in die heidnische Welt unternommen wurde, sahen sich viele Gemeinden mit unterschiedlichen Mysterienkulten, dem römischen Kaiserkult als damals praktizierter Form von Religiosität sowie mit philosophischen Strömungen und dem, was wir heute als „antiken Götterhimmel“ bezeichnen, konfrontiert. Wir können uns heute kaum mehr vorstellen, welche Kontrastgesellschaft die christliche Glaubensgemeinschaft in all ihrer Vielfalt im Hinblick auf diesen heidnischen Bezugsrahmen darstellte.</p><p>Mit dem ersten Brief an die Gemeinde in Thessalonich liegt uns die wohl älteste zusammenhängende Schrift des Neuen Testaments vor. In der zweiten Lesung haben wir einen kleinen Abschnitt daraus gehört. Paulus wendet sich darin an die Gemeinde und skizziert ein Urbekenntnis, das nicht nur der Auferstehung Jesu als erhöhtem Herrn gilt, sondern auch aufzeigt, wie sich die christliche Verkündigung seines Todes und seiner Auferstehung auf unser Leben auswirkt: „Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen.“ Ein Urbekenntnis und eine Urorientierung für alle, die seitdem den christlichen Weg gehen und sich die Frage stellen: „Was kommt danach?” In diesen kurzen Worten erhält die Frage eine erste, eine neue, eine christliche Antwort. Es geht nach dem Tod nicht irgendwie weiter, etwa im Sinne einer befreiten Seelenwanderung, weil der lästige Leib keine Rolle mehr spielt – das ist ohnehin kein christliches Gedankengut. Wir werden vielmehr durch Jesus in Gemeinschaft mit Gott, das heißt in Begegnung mit ihm, geführt. Das ist die christliche Antwort, an die wir bis heute glauben.</p><p>Die Wurzeln dieser Glaubenshaltung wurden bereits in der frühjüdischen Apokalyptik gelegt. Diese Zeit (etwa in den letzten drei Jahrhunderten vor Christus) war geprägt von dramatischen Auseinandersetzungen und grausamer Fremdherrschaft der umliegenden Großreiche gegenüber dem Judentum. Gerade die Verfolgung hat bei den Gläubigen für viele Opfer gesorgt. Für ihren Glauben, für das Bekenntnis zu dem einen Gott Israels, ließen diese in Treue ihr Leben. Das war offenkundig. Aber kann denn für diese Treuen das Ende ihres Lebens wirklich nichts als das Ende sein? Was kommt für sie danach? Anhand dieser Frage bildet sich die Überzeugung heraus, dass die Verfolgungen für die vielen Opfer, die um ihres Glaubens willen ihr Leben ließen, gerade nicht das Ende bedeuten können. Das Buch Daniel, aus dem wir in der ersten Lesung gehört haben, gibt uns einen kurzen Reflex auf diese Frage. Die Ermutigung, in Zeiten der Bedrängnis und des Leids standzuhalten, wird nicht nur mit der Hoffnung verbunden, die Zeit der Unterdrückung irgendwie zu überstehen. Dafür gab es bereits zu viele Opfer. Vielmehr wird die Ermutigung mit der Überzeugung verbunden, dass ein endzeitliches Gericht bevorsteht, in dem Gott den Opfern und Tätern Gerechtigkeit widerfahren lässt. Die einen, so heißt es, werden „erwachen zum Leben“, die anderen „zur Schmach, zu ewigem Abscheu“. Nun liegt es gar nicht an uns, den Richterstuhl einzunehmen, denn dieser wird ausdrücklich Gott vorbehalten. Dass es jedoch ein Gericht gibt, das sich auf unser Tun und Lassen zu Lebzeiten bezieht, ist zum festen Bestandteil geworden, an dem die christliche Glaubensüberzeugung anknüpft.</p><p>Jesus selbst spricht davon – nicht nur im Evangelium, das wir heute gehört haben. Das Johannesevangelium hat es zu einem seiner großen Verkündigungsziele gemacht, die Verbindung von Glauben und einem neuen Leben in Jesus zu beleuchten. Auch in unserem heutigen Evangelium sind diese Grundworte genannt. Glauben wird zu einer inneren neuen Wirklichkeit, zu einem neuen Leben, wenn wir auf das Wort des Herrn hören – und noch mehr: Wenn wir es geschehen lassen, es in die Tat umsetzen, verwirklichen, ihm gehorchen. Dieser innere Zusammenhang liegt in den Worten: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben hinübergegangen.“</p><p>Diese Verbindung von Glauben und Leben betrifft übrigens nicht nur das Ende unseres physischen Lebens. Der Johannesevangelist will uns nahebringen, dass wir durch den Glauben an Jesus jetzt schon in ein neues Leben eintreten und neu geboren werden. Diese erlösenden Worte spricht Jesus nicht nur den Lebenden zu. Sie gelten auch für die Verstorbenen, was zeigt, dass er eine neue Vollmacht über Leben und Tod beansprucht. Wer auf sein Wort hört, hat das Leben und kommt nicht ins Gericht.</p><p>Zur Wahrheit des Evangeliums gehört jedoch auch, dass wir – zumindest die allermeisten von uns – schwerhörig sind und so seinem Wort zu wenig Vertrauen schenken, es nicht verwirklichen und nicht geschehen lassen. Darum ist unser Leben, wie es ist, und unsere Welt auch. Wir leiden unter Hörstörungen, individuellen ebenso wie globalen. Wir hören nicht gut genug auf das lebensspendende Wort des Herrn.</p><p>„Störungen haben Vorrang.“ Dieser pädagogische Ratschlag von Ruth Cohn ist für uns heute wichtig. Wenn wir den Allerseelentag feiern und dabei auch das mitbedenken, was traditionell als „Fegefeuer“ oder „Purgatorium“ bezeichnet wird, dann können wir das mit einem Orchester und einem Chor vergleichen.</p><p>Jeder, der gerne Musik macht, in einem Chor singt oder ein Instrument spielt, weiß, dass es dazu Übung braucht. Der gute Wille allein genügt eben nicht, um gut gemeinsam Musik zu machen. Das Einüben in einen größeren Gesamtklang hat immer auch damit zu tun, dass es nicht ohne Fehler abläuft. Das weiß im Hinblick auf das Musikerleben jede und jeder, der andere in Musik unterrichtet. Das weiß im Hinblick auf unser Leben auch der barmherzige Gott. Wir kommen nicht fehlerlos durchs Leben. Vielmehr sollten wir uns darin einüben und lernen, immer besser zu hören, was er durch sein Wort für uns und unser Leben zu sagen hat.</p><p>Wenn wir nicht als Heilige aus dem Leben scheiden, das heißt, in einem Zustand der Gnade gut auf Gott und seinen Ruf hörend, dann werden wir nur unzureichend eingestimmt in den Himmel, also in die Gemeinschaft mit Gott, gelangen. Diese Hörstörung zu beheben hat Vorrang. Sie muss beseitigt werden, sonst können wir uns nicht in den symphonischen Gesamtklang der himmlischen Gemeinschaft einfügen. Wenn wir zu Gott kommen und in dieser großartigen Gemeinschaft mitspielen und mitsingen wollen, dann wird das Leben vieler von uns im Tod eher wie ein ramponiertes Instrument aussehen: schwergängig, mit fehlenden Saiten, hängenden Registern oder, wie bei Choristen mit angeschlagenen Stimmbändern, nur eingeschränkt singfähig. Manch einer wird erstaunt feststellen, dass es zu Lebzeiten gar nicht darum ging, als Solist gegen andere aufzutrumpfen, sondern in einer großen Gemeinschaft unterwegs zu sein. All das wird uns mit der Erkenntnis einholen, dass sich der volle Klang in unserer Lebenspraxis durch unseren Eigensinn, unseren Stolz, unsere Angst oder Mittelmäßigkeit gar nicht recht entfaltet hat.</p><p>In diesem Prozess der Einstimmung in den Gesamtklang, den wir als Purgatorium oder „Fegefeuer“ bezeichnen, wird uns durch Gott dabei geholfen, diese geistlichen Hörstörungen, also die Defizite unserer Sünden, zu überwinden. So können wir uns voller Hoffnung in diesen großen Gesamtklang einstimmen und gottgemeinschaftsfähig werden. Alles, was dem Ruf seiner liebenden Stimme und der Symphonie des Himmels entgegensteht, soll bereinigt werden. Die Wahrheit des gemeinsamen Musizierens als Verstehenshilfe für himmlische Herrlichkeit umfasst auch die Tatsache, dass Musik nicht nur uns selbst erfreut, sondern auch ein Geschenk für andere ist, die sie einbezieht und für die sie erklingt. In diesem Sinne halten wir auch fest an der Gemeinschaft des Glaubens und der Heiligen.</p><p>Unsere Glaubensgemeinschaft ist auch eine Gebetsgemeinschaft, die über den Tod hinaus besteht. Sie kommt nicht nur am heutigen Allerseelentag zum Ausdruck. Wir glauben, dass unsere Gebete den Verstorbenen dabei helfen, ihre Schwerhörigkeit gegenüber Gott zu überwinden und sich vollkommen auf die himmlische Herrlichkeit und den Frieden einzustimmen, die sie erwarten. Darum beten wir für sie, dass sie der Gnade Gottes und seinem Heilswillen entsprechend ihr Ziel erreichen: seinen Frieden. Umgekehrt glauben wir, dass diejenigen, die uns im Tod vorausgegangen sind und den Prozess der Gemeinschaftsfähigkeit mit Gott durchlaufen, auch für uns bei Gott eintreten, damit auch wir unsere geistliche Schwerhörigkeit im Glauben immer mehr überwinden können.</p><p>Allerseelen erinnert uns daran, dass die Liebe Gottes mächtiger ist als der Tod und unsere geistliche Schwerhörigkeit. Das gemeinsame Begehen dieses Tages in der Eucharistie, im persönlichen Gebet für die Verstorbenen oder durch den Friedhofsbesuch zeigt uns, dass unsere Glaubensgemeinschaft über den Tod hinausreicht. Der Reinigungsprozess im Fegefeuer ist dann keine zu fürchtende Strafe eines quälenden Gottes, sondern eine heilsame und tröstliche Verheißung, dass Gott uns barmherzige Wege eröffnet, die uns helfen, voll Hoffnung und Sehnsucht auf die volle und letztgültige Begegnung mit dem Herrn in der Gemeinschaft aller Heiligen einzustimmen, zu der wir gerufen sind. Dafür lohnt es sich zu leben, und daraufhin lohnt es sich zu sterben. Um diesen symphonischen Frieden beten wir am heutigen Allerseelentag für unsere Verstorbenen.</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Dokumentationen</category><category>Weihbischof Paul Reder</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68197</guid><pubDate>Mon, 20 Oct 2025 16:52:58 +0200</pubDate><title> „Mir wurde hier ein Senfkorn ins Herz gelegt“</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/mir-wurde-hier-ein-senfkorn-ins-herz-gelegt-1/</link><description>Clemens Bieber zum Ehrenmitglied der Würzburger Dommusik ernannt – Ehrung für international gefeierten Tenor im Anschluss ans Herbstkonzert „Lobgesang“ – Bischof Jung: „Vom Domsingknaben zum Operntenor – alles ist möglich&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:100%"><b>Würzburg</b> (POW) Zum Ehrenmitglied hat die Würzburger Dommusik am Sonntag, 19. Oktober, den Tenor Clemens Bieber ernannt. Der international gefeierte Sänger war unter anderem Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin, Solist bei den Bayreuther Festspielen und absolvierte unter anderem Gastspiele und Konzerte in Stockholm, Tokio, Peking und an der Metropolitan Opera in New York. Dr.&nbsp;Matthias Wagner, Vorsitzender des Dommusikvereins, und Domkapellmeister Alexander Rüth überreichten Bieber die Ehrung beim Empfang direkt im Anschluss an das Herbstkonzert „Lobgesang“, bei dem der Tenor den zentralen Part sang. „Mir wurde bei der Dommusik ein Senfkorn ins Herz gelegt“, erklärte der Geehrte. Seine musikalische Karriere verdanke er in wesentlichen Teilen der Dommusik. „Vergelts Gott“, sagte Bieber und dankte auch seiner Ehefrau, die ihn seit 40 Jahren begleite und unterstütze.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Dommusikvereinsvorsitzender Wagner dankte allen an der Vorbereitung und Umsetzung des Konzerts Beteiligten. Besonders hieß er Martin Hummel willkommen, Sohn des Komponisten Bertold Hummel, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird. Mit der Aufführung von Psalm 150 aus „Der Schrein der Märtyrer“ sei die langjährige Verbundenheit der Dommusik zu dem Komponisten bekräftigt worden, „für den die Dommusik zahlreiche Kompositionen uraufführen durfte“.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Bieber habe mit seiner Rückkehr an den Ort, an dem seine große musikalische Karriere begann, einen ganz besonderen Akzent gesetzt, attestierte ihm Wagner. „Sie haben uns heute vieles gelehrt. Neben einer beeindruckenden musikalischen Leistung zeigen Sie mit dem Entschluss, das Ende Ihrer Karriere an diesem Ort Ihres Beginns zu begehen, dass es sich lohnt, als Domsingknabe oder in der Mädchenkantorei zu singen, ausgebildet und gefördert zu werden, um dann vielleicht einen ganz anderen musikalischen Lebensweg einzuschlagen – so wie Sie.“ Dass Bieber seine spätere Ehefrau in der Dommusik kennengelernt habe, solle keine primäre Motivation der anwesenden Domsingknaben für deren Einsatz zum Ausdruck bringen, erklärte Wagner augenzwinkernd. „Sie zeigt uns aber doch, wie lebensprägend die Würzburger Dommusik sein kann.“ Er lud alle Freunde der Dommusik dazu ein, Mitglied im Dommusikverein zu werden, der „die großartige Arbeit“ der Dommusik seit Jahren unterstütze und das gerne so fortsetzen wolle.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">„Vom Domsingknaben zum Operntenor – alles ist möglich“, sagte Bischof Dr. Franz Jung in seinem Grußwort. Es sei schön, dass Bieber zum Ende seiner Karriere an den Ort des Anfangs zurückkomme, „hier in unseren wunderbaren Dom“. Biebers Laufbahn sei ein eindrücklicher Beleg für die hervorragende Ausbildung, die junge Menschen in der Dommusik genössen. „Eine Ausbildung, die Lust macht, sich weiterzuentwickeln und den Weg zum Profimusiker einzuschlagen.“ Im Besingen des Sieges Gottes über die Mächte der Finsternis – wie in Mendelssohns „Lobgesang“ – hätten die Menschen schon Anteil am Sieg des Lebens über den Tod. „Darin besteht das Trostreiche des Gesangs, der uns in eine neue Wirklichkeit versetzt.“ Nicht „Wächter der Nacht“ sollten die Christinnen und Christen sein, sondern „Wächter des neuen Morgens“ im Ansingen gegen die Dunkelheit, „auch im eigenen Herzen“, betonte der Bischof. „Das ist unsere Berufung, zu der uns unsere Dommusik auch heute wieder so mitreißend und aufmunternd eingeladen hat.“</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Stehende Ovationen gab es vor dem Empfang für die Mitwirkenden des Herbstkonzerts der Dommusik im Würzburger Kiliansdom. <span style="background:#ffffff">Unter der Überschrift „Lobgesang“ war Bieber als Solist in Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang“ zu hören. Außerdem interpretierte er „Intende voci“, eine Tenor-Arie mit Chor von Franz Schubert. Weiter stand der Psalm 150 aus dem „Schrein der Märtyrer“ von Bertold Hummel auf dem Programm.</span> Unter der musikalischen Gesamtleitung von Domkapellmeister Rüth musizierten und sangen die Junge Domkantorei Würzburg, der Würzburger Domchor, die von Domkantor Julian Beutmiller geleiteten Würzburger Domsingknaben, Domorganist Professor Stefan Schmidt, die Camerata Würzburg (Konzertmeister Professor Sören Uhde), ein Schlagzeugensemble unter der Leitung von Professor Mark Lutz sowie die weiteren Gesangssolisten Mirella Hagen (Sopran), Anke Hájková Endres (Sopran), Sven Fürst (Bariton) und Simon Tischler (Bass).</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i>mh (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(4325/1088; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen</b></u></i><i>: Fotos abrufbar im Internet </i></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68062</guid><pubDate>Tue, 14 Oct 2025 14:56:55 +0200</pubDate><title>Rettung mit besonderen Ausblicken</title><link>https://www.dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten/detail-na/ansicht/rettung-mit-besonderen-ausblicken/</link><description>Höhenrettung in Würzburger Neumünster und Marienkapelle – Berufsfeuerwehr übt für den Ernstfall – Teamfähigkeit und körperliche Fitness gefragt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Dumpf hallen Gesprächsfetzen durch den Kirchenraum des Würzburger Neumünsters. Sie kommen von der Kuppel, 40 Meter über den Bänken. „Dann steige ich noch ein bisschen rauf“, „Kann ich hoch?“, sind einzelne Sätze der Feuerwehrleute zu verstehen, die hier in schwindelerregender Höhe an der Arbeit sind. Sie üben für den Ernstfall. Sollte auf dem Kirchendach oder im Gebälk ein Unfall passieren, gibt es keinen anderen Rettungsweg als über die Kuppel.</p><p>###GALERIE###</p><p>Durch eine kleine Luke, die ins Gebälk des Neumünsters führt, fällt ein einzelner Karabiner und baumelt hoch oben in der Luft. Ein Seil folgt und dann die Beine knallroter Feuerwehruniformen. Ganz langsam erscheinen zwei Körper, die am Seil herabgelassen werden – Meter für Meter. Bei den beiden Männern handelt es sich um Berufsfeuerwehrmann Tobias Klopf und einen Kollegen, der heute die verunfallte Person spielt.</p><p>„Heute war das Szenario angenommen, dass ein Mitarbeiter der Dachdeckerfirma Reparaturarbeiten am Dach der Kirche gemacht hat“, erklärt Klopf. Dabei hat er sich verletzt, er kann noch sitzen und muss am Seil gerettet werden. Das bedeutet für die Feuerwehrleute der Höhenrettung: Im engen Raum im Dachstuhl Sicherungen festmachen, in 40 bis 50 Metern Höhe jeden Karabiner genau prüfen und den Patienten sicher zum Boden bringen. Das ist geschafft. Klopf ist zufrieden: „Die Rettung hat soweit gut geklappt“, sagt er.</p><p>Wenige Stunden später knien Klopf und seine Kollegen erneut in einem engen Gebälk. Im Glockenturm der Marienkapelle liegt eine Person auf einer mannsgroßen Plastiktrage. Über ihr hängt eine der Glocken. Bei der Person soll es sich diesmal um eine Glockenmonteurin handeln. Die Höhenretter nehmen an, dass ihre Patientin stärker verletzt ist. Sie muss im Liegen gerettet werden. Die Rettung soll über die Fassade erfolgen. Denn die Marienkapelle bietet auf dem Dach mit ihren Steingeländern mehr Sicherungspunkte für Seile und Karabiner als das Neumünster. Vorher müssen die Feuerwehrleute aber noch an einem Vordach vorbei. Die „Retter“ bauen eine Art Seilbahn direkt zum Unteren Markt. 200&nbsp;Kilogramm hängen an dem Seil, das nach unten gelassen wird. Der „Retter“ klettert über die Brüstung – mit dem Ausblick über Würzburg. Im Hintergrund liegen die Festung und Weinberge. Die roten Dächer der Häuser am Unteren Markt wirken klein wie Spielzeughäuser.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/230-hohenrettungsubung/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p>Hier oben müssen die Feuerwehrleute schwindelfrei und körperlich fit sein. Jeder Schritt muss gut überlegt werden. Die Aufstiege sind anstrengend. Die Wege auf das Dach sind manchmal schwer zugänglich. Es geht über schmale Treppen und einzelne Feuerwehrstiegen. Zusätzlich muss die Ausrüstung bis nach oben transportiert werden. „Jetzt waren wir hier in der Marienkapelle gut zweieinhalb Stunden damit beschäftigt, die Person aus dem Glockenturm zu holen“, sagt Andreas Baumann, Leiter der Höhenrettung Würzburg. Die Höhenretter sind die Einzigen im Umkreis, die in dieser Lage helfen können. Bei Kirchen müssen die Retter auch immer wieder besondere Dachformen oder Türme beachten. „Die gibt es bei anderen Gebäuden eher selten“, sagt Klopf. Aber: „Je öfter man es übt, in der Höhe zu arbeiten, umso sicherer kann man sich dort bewegen.“ Besonders Spaß macht Klopf die Teamarbeit hier oben – und das Arbeiten in der Höhe im Allgemeinen. „Man gewinnt einmalige Ausblicke, die man sonst niemals sehen würde.“</p><p>Heute ist es gleich zweimal der Überblick über die gesamte Würzburger Innenstadt, während die Plastiktrage mit seiner Kollegin sicher am Seil hinunter auf den Marktplatz gleitet. Die Kirchenhöhenrettung ist geschafft.</p><p class="text-right"><em>Christina Denk (Internetredaktion)</em></p><p>(4225/1057; E-Mail voraus)</p><p><strong><em>Hinweis für Redaktionen:</em></strong><em> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Reportagen</category></item></channel></rss>