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Dokumentation

„Alles gehört Gott“

Predigt von Weihbischof Ulrich Boom am Fest „Darstellung des Herrn“, Dienstag, 2. Februar, im Würzburger Kiliansdom

„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden” (Lk 2,29). Zu jeder Nacht beten und singen wir mit den Worten des greisen Simeon und legen den Tag, wie er auch immer war, zurück in die Hände Gottes. Die großen Gesänge im Stundengebet der Kirche finden wir am Anfang des Lukas-Evangeliums, sie sind so etwas wie eine Katechese in der Liturgie der Kirche. Den Tag eröffnen wir mit der Bitte: „Herr, öffne meine Lippen – damit mein Mund dein Lob verkünde“. Im Morgenlob stimmen wir den Gesang des zweifelnden Priesters Zacharias an. Er kann nicht glauben, dass Gott, entgegen den Abläufen in der Natur, seiner Frau Elisabeth noch im hohen Alter einen Sohn schenkt. Ihm verschlägt es die Sprache und er kann erst wieder reden, als ihm Gottes Wirken vor Augen geführt wird. So stimmt Zacharias an: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen“ (Lk 1,68).

Im Abendlob singen wir das Lied der gläubigen Tochter Abrahams, des Mädchens und der Mutter Maria. Sie bleibt die Frau guter Hoffnung mit dem Sohn im Schoß als werdender Mensch und als Gekreuzigter. Wie ein Tag auch immer ist und war, Gottes Möglichkeiten übersteigen alles, was wir zu denken vermögen. Gott steht auf der Seite der Schwachen und Ohnmächtigen, der Kleinen und Geringen. Es gilt, sich dem Willen Gottes anzuvertrauen wie Maria: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott meinem Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut“ (Lk 1,46).

Zum Nachtgebet schließen wir uns dem Lobpreis des Simeon an. Bevor uns das Dunkel der Nacht und die Gewissheit des sicheren Todes einholt, legen wir mit dem greisen Simeon und der alten Hanna unser Vertrauen in Gott, dass er uns einen neuen, ja ewigen Morgen schenkt: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden“ (Lk 2,29).

Was mögen die beiden Alten schon alles erlebt haben, als sie das Jesuskind mit seinen Eltern Maria und Josef im Tempel sehen? Simeon mit all den unerfüllten Erwartungen, aber auch mit seinem Vertrauen in den ewig treuen Gott. Hanna, die Prophetin und Witwe. Jung verheiratet, nach sieben Jahren stirbt wohl ihr Mann, über 60 Jahre ist sie als Witwe auf die Fürsorge anderer angewiesen. Wenn schon im kleinen Kind die Hoffnung auf eine Zukunft liegt, wie viel mehr, wenn in diesem Kind das Heil der Welt zu sehen ist. Die beiden Alten wissen: Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken und Gottes Wege nicht die unseren (vgl. Jes 55,8). Im Angesicht des näherkommenden Todes darauf setzen, dass Gott stärker ist als all das, was uns kleinmacht und erniedrigt.

In der Darbringung Jesu im Tempel verweisen Maria und Josef darauf, dass das Jesuskind nicht ihnen, sondern Gott und der Welt gehört. Alles gehört Gott. Gott ist der Herr über Tag und Nacht, über Leben und Tod. Uns ist das Leben mit all seinen Tagen und Nächten gegeben. Wir dürfen vertrauen, dass Gott uns immer wieder einen neuen Morgen und am Ende einen ewigen neuen Tag schenkt. Dies ist uns verheißen im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu von Nazareth. Wenn wir an jedem Abend einstimmen in den Lobgesang des Simeon im Tempel zu Jerusalem, soll in unseren Herzen stark werden, dass Gott mit seinem Licht alle, wer sie auch immer sein mögen, und alles, was auch immer geschieht, erleuchtet und hell macht. Wir brauchen uns vor den Nächten, mögen sie auch am helllichten Tag über uns hereinbrechen, nicht zu fürchten. ER ist das Licht der Welt. Wer ihm nachfolgt, wird nicht im Dunkeln gehen (vgl. Joh 8,12). So dürfen wir am Schluss eines jeden Tages im Segen erbitten: „Ein gutes Ende gewähre uns der allmächtige Herr.“ Amen.

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