Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

360° Rundgang

durch den Dom

durch den Dom

Zum Rundgang

Buntes Programm im Dunkeln

Mehrere tausend Besucher bei Nacht der offenen Kirchen in Würzburg und Schweinfurt – Schüler bringen im Kiliansdom Jesu Passion auf die Bühne

Würzburg/Schweinfurt (POW) 18 Kirchen und Kapellen haben am Abend des 2. Oktober ihre Pforten zur Nacht der offenen Kirchen geöffnet. Schon zum siebten Mal fand die ökumenische Aktion in der Würzburger Innenstadt statt. Ein facettenreiches Programm von Lesungen über Konzerte, Gottesdienste oder auch Kabarett lockte nach Angaben von Mitorganisatorin Pfarrerin Susanne Wildfeuer von der Ökumenischen Citypastoral Würzburg rund 3000 Besucher in die Stadt. In Schweinfurt fand die Nacht der offenen Kirchen zum dritten Mal statt. Nach Angaben von Pfarrer Heiko Kuschel von der Citykirche Schweinfurt nutzten rund 3500 Personen die Gelegenheit, die Gotteshäuser der Innenstadt zu besuchen.

Im Kiliansdom präsentierten rund 130 Schüler des Wirsberg-Gymnasiums Szenen aus dem Leben Jesu. Drei Mal spielten die Jungs und Mädchen das Musical „Jesus – Eine Passion“ an diesem Abend. Geschrieben hat das Stück Ethik- und Musiklehrer Harald Kraus. Um es auf die Bühne zu bringen, holte er sich seinen Kollegen Siegfried Hutzel (Latein und Religion) an die Seite. „Als es hieß: Wir spielen die Passion Christi, kam erst einmal ein Kopfschütteln von den Schülern“, erinnert sich Hutzel. Trotz erster  Bedenken wagten sich die jungen Schauspieler dann aber doch an den neutestamentlichen Stoff. Die jüngste Sängerin im Chor ist erst neun Jahre, einige der ältesten Darsteller haben ihre Schulzeit am Wirsberg-Gymnasium dieses Jahr bereits hinter sich gebracht. Alle zusammen zeichneten sie mit ihrem Musical ein ernsthaftes Bild des Jesus von Nazareth. „Wir wollten keinen Klamauk zeigen, denn so eine Parodie ist zu leicht“, sagt Hutzel.

In der Marienkapelle am Marktplatz drehte sich zur gleichen Zeit alles um die Gottesmutter und die Heiligen. In kurzen Gedichten in fränkischer Mundart brachte der evangelische Regionalbischof Christian Schmidt den Besuchern Heiligengeschichten näher. Mit einem Augenzwinkern erzählte er beispielsweise amüsante Anekdoten aus dem Leben von Don Bosco und Theresa von Avila. „Auch Protestanten kennen die Heiligenverehrung“, sagt Schmidt. Am Beispiel der Verehrung von Maria und Jesu Großmutter Anna zeigte er, wie wichtig beide auch in der evangelischen Tradition sind. Der Regionalbischof folgte einer Einladung von Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und unterstrich so den ökumenischen Gedanken der Nacht der offenen Kirchen. Zwischen Schmidts Texten spielte Rosemarie Seitz auf ihrer Harfe moderne und klassische Werke. Die Lesung in der Marienkapelle war einer der letzten Auftritte des Regionalbischofs vor seinem Ruhestand.

Während in den Kirchen gelesen, gesungen und gebetet wurde, tummelten sich auch viele Besucher in der Fußgängerzone zwischen den Gotteshäusern. Direkt gegenüber dem Neumünster bot der Pavillon des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Information und Rat. Stefan Kern ist zufrieden: „Wir hatten viele gute Gespräche mit ganz unterschiedlichen Leuten.“ Junge Passanten fragten nach Luftballons, Ältere wollten wissen, in welcher Kirche das nächste Konzert ist. Aber auch Menschen, die nicht wegen der Nacht der offenen Kirchen sondern einfach zufällig durch die Innenstadt spazierten, hielten an dem Stand des Dekanats an. „Wir haben den Vorteil, dass wir in keinem Gotteshaus stehen, sondern hier mitten in der Stadt, wo wir viel mehr Menschen erreichen“, sagt Kern.

Für Pfarrerin Susanne Wildfeuer gibt es nicht das Highlight des Abends. „Es ist immer schwierig, Kirchen besonders hervorzuheben, denn die Beteiligten haben viele Ideen und noch mehr Zeit investiert, um ein gutes Programm zu gestalten“, erklärt Wildfeuer. Ein gemeinsames Gebet auf dem Marktplatz bildete um 24 Uhr den Abschluss der Nacht der offenen Kirchen.

Zwölf Kirchen boten in Schweinfurt ein vielfältiges Programm. In Sankt Anton gab es unter anderem Vorträge und Diskussionen zu Themen wie „Die Stellung der Mutter Maria im Koran“ oder „Wie beeinflussen wir den Wassermangel in den Ländern des Südens“. In Sankt Kilian zeigte das Technikteam der Jugendkirche eine Lichtinstallation aus Bild und Musik. Farbige Strahler gaben dem Kirchenraum eine ungewohnte Atmosphäre. In Sankt Johannis gestalteten ebenfalls Jugendliche das Programm. Zu sehen war dort die Ausstellung „Ich spreche in Bildern“ der Würzburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie eine Fotoausstellung mit Werken von Julian-Alexander Bauer. Bei der „Segenszeit“ in der Kapelle des Sankt-Josef-Krankenhauses standen die persönliche Segnung und Segenslieder im Vordergrund. Voraussichtlich 2015 findet in Schweinfurt die nächste Nacht der offenen Kirchen statt.

Christoph Niekamp (POW)

(4113/0995, E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Weitere Bilder