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Dokumentation

„Ein ehrlicher, humorvoller, gelassener und demütiger Mensch“

Grußwort von Erzbischof Dr. Ludwig Schick zum Geburtstag und Abschied von Weihbischof Ulrich Boom im Würzburger Kiliansdom am Sonntag, 25. September 2022

Lieber Weihbischof Ulrich!

Als Metropolit der Metropolie Bamberg, aber auch als Stellvertretender Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz sowie namens der Deutschen Bischofskonferenz darf ich ein paar Worte an Dich richten und über Dich sagen:

Das erste und wichtigste Wort ist „gratulor – ich gratuliere“ im eigenen Namen und namens vieler. Gratulor hat die doppelte Bedeutung Wertschätzung und Dank.

Zunächst und zuerst bist Du ein guter Mensch, der humorvoll und herzlich seinen Mitmenschen zugewandt lebt und wirkt. Dafür: Gratulor – Wertschätzung und Dank.

Zweitens bist Du ein eifriger Priester-Bischof-Seelsorger, dem vor allem auch die Übermittlung und Weitergabe des Glaubensgutes, mit anderen Worten ‚des Gutes Glauben‘ – des Reichtums des Glaubens – an den guten Gott, der uns in Jesus Christus sein menschenfreundliches Gesicht gezeigt hat und im Heiligen Geist unter uns wirkt, überaus wichtig war und ist. Ohne das Wissen und die Wertschätzung des Glaubensgutes können wir nicht vernünftig beten, nicht die Sakramente und alle Gottesdienste lebensdienlich feiern und letztlich auch nicht die Werke der Nächstenliebe in der Caritas und darüber hinaus aktiv und treu vollbringen. Die Kenntnis des christlichen Glaubensgutes hast Du in herausragender Weise auch in der Freisinger und Deutschen Bischofskonferenz gefördert. Gratulor – Wertschätzung und Dank dafür.

Du warst immer ein eifriger und entschiedener Seelsorger als Diakon, Priester und Bischof. Als Du 2008 zum Weihbischof ernannt und dann 2009 am Fest Bekehrung des Apostels Paulus zum Bischof geweiht wurdest, bist Du zu Fuß von Miltenberg nach Würzburg gegangen. Das war eine Wallfahrt! Pilgern ist für Dich wichtig. Echte Wallfahrer nehmen das Vergangene mit, reinigen und veredeln es und nehmen Neues auf und hinzu. Auf dem Weg besinnen sie sich, tanken Kraft und Energie. Was Dir in den vielen Jahren als diakonischer und priesterlicher Seelsorger in den Aufgaben des Kaplans, des Pfarrers, des Dekans ein Herzensanliegen war, hast Du als Weihbischof im Bistum Würzburg in vielen Diensten und auch in Gremien und Kommissionen sowie auch sowohl in der Freisinger als auch in der Deutschen Bischofskonferenz weitergeführt. So warst Du aus Erfahrung immer nahe an den Menschen, den Seelsorgern und Religionslehrern. Gratulor: Danke für Deine Menschennähe und Deinen Einsatz.

Du warst in der Freisinger Bischofskonferenz für den Religionsunterricht und die Katechese sowie für die Religionsbücher im Schulunterricht zuständig. Dabei hast Du viel Gutes entschieden vorangebracht, trotz mancher Rückschläge und Enttäuschungen. Gratulor: Wertschätzung und Dank.

In allen Jahren Deines bischöflichen Dienstes waren wir zusammen in der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz und sind es auch jetzt, ich 24 Jahre, Du knapp die Hälfte davon. Nicht nur ich, sondern wir alle haben uns immer gefreut, wenn Du anwesend warst und auch das Wort ergriffen hast, unverkrampft, manchmal spitzbübisch, versöhnend und entspannend. Einige Aufgaben wurden Dir in der Pastoralkommission übertragen, die immer mit Katechese und Evangelisierung zusammenhingen und Du hast sie alle mit Bravour erfüllt. Gratulor.

Auch in der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz warst Du Mitglied. Der Gottesdienst in allen Formen ist das Herzstück der Kirche. Dein Herz schlug für die Echtheit und Schönheit der Liturgie. Gratulor: Dank und Wertschätzung.

Ein Herzensanliegen war Dir auch immer die Ökumene. Sie ist eine wichtige Aufgabe, die uns der Herr selbst aufgetragen hat mit dem bekannten Wort: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin“ (Joh 17,21). Gratulor auch dafür!

Nicht zuletzt hast Du Dich für die Exposure- und Dialogprogramme des Entwicklungsministeriums mit der katholischen und evangelischen Kirche engagiert. Dabei geht es letztlich um Gerechtigkeit und Friede auf der ganzen Welt. Sie sind derzeit wieder besonders gefährdet durch den Krieg in der Ukraine und an anderen Orten der Welt, durch den Kampf, der um und mit den Energievorräten geführt wird zum Nachteil, ja zur Bedrohung vieler Menschen, gerade der hilfsbedürftigen und armen, und durch den Klimawandel und die Umweltzerstörung. Gratulor für Deinen Einsatz für Gerechtigkeit und Friede.

Lieber Ulrich,

es gibt ein spanisches Sprichwort, das ich immer wieder einmal zitiere und das ich auch jetzt zum Schluss anführen möchte. Es lautet: „Dem Freund musst du es nicht sagen, er glaubt es dir sowieso. Dem Feind musst du es auch nicht sagen, er glaubt es dir sowieso nicht.“

Wir sind hier als Deine Freunde zusammen, mit Dir und untereinander verbunden.

Du hast in Deinen 75 Lebensjahren gezeigt, dass Du ein ehrlicher, humorvoller, gelassener und demütiger Mensch bist, inspiriert vom Geist Jesu Christi. Darin haben Dich die Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe gestärkt und Du hast Dich für die Menschen, ihr irdisches Wohlergehen und ihr ewiges Heil eingesetzt und tust es weiterhin.

Gratulor für Dein Leben und Wirken, Wertschätzung und Dank und damit verbunden der Wunsch: Bleib gesund und hoffnungsvoll, aktiv und begeistert für unseren Herrn Jesus Christus und sein Reich der Gerechtigkeit, des Friedens, der Freude im Heiligen Geist für alle Menschen, wie es Paulus im Römerbrief ausdrückt (vgl. Röm 14,17). Für uns alle bist Du ein Geschenk, das uns der gute Gott noch lange erhalten möge. Ad multos annos.