Würzburg (POW) Seit 25 Jahren gibt es das ökumenische Fernsehmagazin „Kirche in Bayern“. Am Gründungsort Würzburg haben das Vertreter der elf Gesellschafter am Freitag, 8. Mai, mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Sepultur des Kiliansdoms und einer Podiumsdiskussion im Burkardushaus gefeiert.
„Ansprache auf Augenhöhe ist unverzichtbar. Deswegen ist das Interesse an lokalen journalistischen Inhalten ungebrochen.“ Und genau dafür stehe „Kirche in Bayern“ als unverzichtbarer Bestandteil des Angebots im Lokalfernsehen, erklärte Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten. „Kirche in Bayern“ betone die Gemeinsamkeiten der Beteiligten und stehe für Lokaljournalismus, der Engagement, Gemeinschaft und das Übernehmen von Verantwortung fördere. „Hier wird authentisch und nah an den Menschen berichtet.“ Dadurch würden Brücken innerhalb der Gesellschaft gebaut und dem Publikum ein Perspektivwechsel ermöglicht. „Es geht im Kern um das demokratische Wertefundament der Gesellschaft.“
Mit „Kirche in Bayern“ werde das Wirken der beiden christlichen Kirchen in seiner Vielfalt sichtbar, betonte Bischof Dr. Franz Jung. Über die Lokalsender und Bibel TV würden via Fernsehen und Internet jeden Sonntag rund 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erreicht. „Seit Oktober 2025 auch mit Gebärdensprache – ein wichtiger Schritt für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit“, sagte der Bischof. Das ökumenische Fernsehmagazin mache außerdem sichtbar, wie das Gebot Jesu, „einander zu lieben“, im Alltag umgesetzt werden könne. In Reportagen, Nachrichten und Porträts zeige das Magazin die Vielfalt kirchlichen Engagements – von Gemeinden und Schulen bis zu Verbänden und Initiativen. Dadurch eröffne die Sendung neue Perspektiven und ermutige Menschen, eigene Handlungsspielräume zu entdecken, sagte der Bischof.
Er betonte zudem, christliches Engagement brauche nachvollziehbare Motive. „Kirche in Bayern“ zeige, aus welchen Beweggründen Menschen handelten – etwa aus der Begegnung mit konkreter Not oder durch kreative Ideen. Wer erklären könne, warum sein Engagement erfüllend sei, könne auch andere motivieren. Mit Blick auf gesellschaftliche Veränderungen sagte Bischof Jung, bleibend seien vor allem Taten der Liebe. Er wünsche der Sendung deshalb, nicht nur zu informieren, sondern Zuschauerinnen und Zuschauer dazu anzuregen, über ihre eigene Berufung nachzudenken und selbst Verantwortung zu übernehmen. Seine Glückwünsche zum Silberjubiläum des Magazins verband der Bischof mit dem Appell des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg: „Hab Mut, steh auf!“ Die Sendung solle Menschen an ihre eigene „Sendung“ und ihre Fähigkeiten erinnern.
Die evangelische Regionalbischöfin Gisela Bornowski hob im Gottesdienst die Bedeutung kirchlicher Medienarbeit hervor. Die Sendung stehe seit einem Vierteljahrhundert für gelebte Ökumene, Dialog und eine Kirche nah bei den Menschen, sagte Bornowski. Das Magazin bringe christliche Themen und Werte niedrigschwellig in die Wohnzimmer der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Bischöfin würdigte die große Themenvielfalt der Sendung – von Klimaschutz und Nachbarschaftshilfe bis hin zu spirituellen Impulsen und sozialen Projekten. Kirchliche Medien müssten heute die Lebenswirklichkeit der Menschen aufgreifen, um relevant zu bleiben. Angesichts rückläufiger Auflagen gedruckter Medien und wachsender Bedeutung sozialer Netzwerke müssten die Kirchen in allen Medienformaten präsent sein. Zum Jubiläum wünschte Bornowski den Mitarbeitenden von „Kirche in Bayern“, weiterhin „Glaube, Hoffnung und Liebe in die Welt zu tragen“ und das Magazin als Zeichen gelebter Ökumene fortzuführen.
Das unterstrich auch Stefan Eß, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Arbeitsgemeinschaft Kirchenmagazin im bayerischen Privatfernsehen und Direktor des Sankt Michaelsbunds. „Dieses christliche Fernsehmagazin war nie nur ein Programm, es war immer auch ein Kompass.“ Zwar hätten sich die Umstände in den vergangenen 25 Jahren massiv gewandelt. Damals seien das Fernsehen linear, die Sendezeiten fest und die Strukturen linear gewesen. Heute reichten ein Bildschirm, ein Sendeplatz nicht mehr. „Und genau deswegen braucht es diese Sendung.“ Gleichgeblieben sei das Finden des Kurses durch die elf Gesellschafter mit ihren elf Perspektiven und der Anspruch, jede Woche die bestmögliche Sendung zu liefern.
Christoph Rolf, Geschäftsführer von Oberpfalz TV Amberg und wotsch.tv sowie Vorsitzender des Verbands Bayerischer Lokalrundfunk, sagte, durch das Bereitstellen aller Sendungen in der gemeinsamen Medienplattform der bayerischen Lokalsender wotsch.tv trage „Kirche in Bayern“ nun auch den geänderten Sehgewohnheiten der Zuschauerinnen und Zuschauer Rechnung. Zusätzliche Reichweite werde durch das gezielte Bewerben der Beiträge in den sozialen Medien generiert.
Bernhard Schweßinger, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Kirchenmagazin im bayerischen Privatfernsehen und Leiter der Abteilung Medien der Diözese Würzburg, dankte am Ende der Feststunde allen Mitwirkenden und Unterstützern von „Kirche in Bayern“. Sein besonderer Dank galt BLM-Präsident Schmiege. „Danke für alle Unterstützung und für die konstruktive Zusammenarbeit der Bayerischen Landeszentrale mit ‚Kirche in Bayern‘ als Spartenanbieter. Ohne die BLM wäre ‚Kirche in Bayern' nicht leistbar!“
Stichwort: Kirche in Bayern
Das ökumenische Fernsehmagazin „Kirche in Bayern“ ist ein bunter Querschnitt durch das Leben der beiden großen Kirchen in Bayern. Es wird seit 2001 an jedem Sonntag im Jahr auf 15 lokalen Fernsehsendern in Bayern über Kabel und Satellit sowie bundesweit auf Bibel TV ausgestrahlt. Die Sendung wird durch eine Gebärdendolmetscherin übersetzt und zudem unter der Woche wiederholt. Sie steht außerdem unter wotsch.tv zum Abruf im Internet bereit. Die Finanzierung der Arbeitsgemeinschaft Kirchenmagazin im bayerischen Privatfernsehen GbR erfolgt durch das Förderprogramm für die Programmherstellung und -verbreitung der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) und Finanzierungsanteile der Gesellschafter. Diese sind: die fünf katholischen (Erz-)Diözesen Bamberg, Eichstätt, München und Freising, Regensburg und Würzburg, die evangelische Kirche in Bayern, die Katholische Akademie in Bayern, die Don Bosco Medien GmbH München sowie die Hilfswerke „Kirche in Not“, Missio München und Renovabis. Die Geschäftsführung und die Koordinierungsstelle liegen im Medienhaus der Diözese Würzburg. Hier wird die Sendung moderiert und die zugelieferten Beiträge der beteiligten Fernsehredaktionen zur fertigen Magazinsendung zusammengefügt. Nähere Informationen im Internet unter www.kircheinbayern.de.
mh (POW)
(2026/0465; E-Mail voraus)
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