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„Gott hat Geduld“

Bischof Dr. Franz Jung feiert Dankgottesdienst zum dritten Jahrestag seiner Bischofsweihe – „Ungeduld ist meist Lieblosigkeit oder Hoffnungslosigkeit“

Würzburg (POW) Mit einem Dankgottesdienst im Würzburger Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 13. Juni, den dritten Jahrestag seiner Bischofsweihe begangen. Bei der Feier gedachte er zudem des vor knapp einem Jahr verstorbenen Speyerer Bischofs Dr. Anton Schlembach, der ihn zu seinem Generalvikar ernannt hatte. Zu den Mitfeiernden des Gottesdiensts unter den aktuellen Coronaschutzvorschriften gehörten unter anderem die Familie von Bischof Jung und der ehemalige Passauer Generalvikar und jetzige Altöttinger Wallfahrtsrektor Prälat Dr. Klaus Metzl, der Jung bei der Bischofsweihe am 10. Juni 2018 als assistierender Priester zur Seite gestanden hatte.

In seiner Predigt deutete Bischof Jung das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat. Es sei lehrreich, was das geistige Wachstum der Kirche als Ganzes, aber auch jedes einzelnen Menschen betreffe. Dass etwas wachse, bleibe Geschenk und Gnade, betonte der Bischof. Wie der Bauer im Evangelium könnten auch die Menschen nur einen Beitrag dazu leisten, indem sie für die passende Bodenqualität, geeignetes Saatgut und den richtigen Zeitpunkt der Saat sorgten. „Die Saat, sie wächst von selbst, und nicht, weil der Mensch es erzwingt“, betonte der Bischof.

Wichtig sei auch die Gelassenheit, die Dinge sich entwickeln zu lassen. „Wachstum ist ein organischer Prozess. Wer dauernd nur den Puls fühlt, der ist krank. Wer alles dauernd kommentiert, der redet die Dinge am Ende tot“, erklärte Bischof Jung. Der Bauer im Gleichnis habe Zutrauen, dass am Ende etwas Gutes herauskomme. Der Evangelist schildere sehr detailliert und plastisch, wie zunächst der Samen keime, dann der Halm entstehe, gefolgt von der Ähre und schließlich das volle Korn an der Ähre. Beim Menschen gebe es vielfältige Wachstumsprozesse, die ganz ähnlich verlaufen. „Keine Phase kann übersprungen werden, sondern sie muss gelebt werden.“ Als Beispiele nannte Bischof Jung die Genesung, aber auch Trauer oder Prozesse der Ablösung. „Schneller ist nie besser.“ Im Gegenteil: Wer Trauer oder Genesung nicht die notwendige Zeit einräume, werde von dem eingeholt werden, was nicht bearbeitet wurde. Die Kirche durchleide derzeit eine Phase der Trauer, in der viele merkten, dass etwas zu Ende gehe und es keine schnelle Lösung gebe. „Man muss das spüren und dann loslassen, dass Neues werden kann“, sagte der Bischof.

Mit Wachstum zu rechnen bedeute aber auch, mit Unvollkommenheit zu rechnen, weil etwas, das wachse, noch nicht fertig sei. Es sei wichtig, dann nicht nur die Defizite zu sehen, sondern auch das Potential, das in einem selbst oder bei anderen noch werden könne. „Ungeduld ist da meistens Lieblosigkeit oder Hoffnungslosigkeit. Wer ungeduldig ist, der hat auch die Liebe verloren.“ Gott habe Geduld, weil er damit rechne, dass der Mensch ihm entgegenwachse.

„Geerntet wird, wenn die Zeit dafür reif ist“, betonte Bischof Jung. In der Bibel gebe es dafür ganz unterschiedliche Zeitpunkte. Abraham breche im Alter von 75 Jahren auf. Erst dann habe er die innere Freiheit, um loszulassen und wegzuziehen. Israel musste 40 Jahre durch die Wüste ziehen, „bis eine Generation, die nichts mehr glaubt, ausgestorben ist, und neue Menschen kommen und noch einmal etwas wagen“. Jesus breche erst mit 30 Jahren zu seinem öffentlichen Wirken auf. Der gute Schächer gar bekehre sich erst in der letzten Stunde seines Lebens, in dem Moment, als alles sich auf eine Entscheidung hin dränge. „Gott gibt Zeit, er hat Geduld und wartet, dass wir Früchte bringen, die ausgereift sind und die dann bleiben in Zeit und Ewigkeit.“

Für die musikalische Gestaltung sorgten Professor Stefan Schmidt an der Orgel und ein Ensemble der Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkantor Alexander Rüth.

mh (POW)

(2421/0554; E-Mail voraus)

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