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Dokumentation

„Eckstein ist Christus““

Predigt von Weihbischof Ulrich Boom bei der Beauftragungsfeier für Gemeinde- und Pastoralreferent(inn)en am Freitag, 16. Juli 2021, im Würzburger Kiliansdom

Die Schrifttexte, die Sie ausgesucht haben für die Feier der Heiligen Messe, in der Sie beauftragt werden für den Dienst als Gemeinde- und Pastoralreferentin und -referent in den Gemeinden unseres Bistums Würzburg, sind stark und wegweisend. Es geht in den Schriftstellen darum: Wie sollen wir auftreten? Für wen stehen wir? An wen richtet sich die Botschaft?

Wie sollen wir auftreten? Sie haben Ihrer Beauftragung eine Überschrift gegeben. „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“ (Neh 8,10). Der Prophet Nehemia sagt dies, als Israel zurück ist aus dem babylonischen Exil, der Tempel wird wieder aufgebaut, und die Weisung Gottes, die Tora erhält ihren Platz im Herzen des Volkes. Die Schrift wird im wahrsten Sinne des Wortes hochgehalten. Gottes Wort rührt zu Tränen, zum einen aus Freude über die Rückkehr nach Jerusalem, zum anderen aber auch wohl aus Reue über ihre Schuld und die der Väter und Mütter. Das Volk Israel hatte mehr auf die Mächtigen ihrer Zeit gesetzt, als auf Gott. Nicht das Vermögen, was wir Menschen im Kopf und in der Tasche haben, unser Wissen und Können ist entscheidend, sondern Gottes Wort in unserem Herzen. Dies will nicht davon ablenken, dass wir alles tun müssen, was möglich ist. Aber das Wort Gottes ist zuerst Zuspruch und Entlastung. Wo wir mit Freude und Zuversicht auftreten, da sind wir gewinnend.

Für wen stehen wir? Eckstein ist Christus, sagt der Schreiber des Petrusbriefes. Alle Steine am Haus sind wichtig, ohne sie entsteht kein Gebäude. Aber vom Eckstein her hat an einem Bauwerk alles Maß und Orientierung. Selbst wenn der Eckstein von denen, die nicht auf ihn setzen und von ihnen als verworfen und überflüssig erachtet wird, bleibt dieser Stein Maßgabe für all die Steine, aus denen das Haus entsteht. Gott baut sein Haus eben nicht nach unserer Denke. Gott steht auf der Seite der Menschen, die im Abseits sind. Das wirft ein Licht auf uns selbst, wer wir sein dürfen, aber erst recht auf die, die unserer Sorge anvertraut werden. An jedem Abend besingen wir im „Magnifikat“ die Macht und Größe Gottes und für wen Gottes Herz schlägt: Arme, Hungernde, Ohnmächtige. Wir sollten in ihnen nicht nur die materiell Benachteiligten sehen. Gewiss sie auch, aber es gibt auch noch die, die arm dran sind im Leben, die hungern nach Angenommen-Sein, die dem Leben ohnmächtig gegenüberstehen. Und wir dürfen wieder einen Zuspruch hören. Nicht der äußerliche Glanz ist bestimmt, sondern was das Herz ausstrahlt. In unserem Herzen ist Christus.

An wen richtet sich die Botschaft? Gottes Liebe, die sich gezeigt hat im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu von Nazareth, gilt allen Menschen. Wir sind in unserem Dienst oft leicht versucht, die sogenannte Kerngemeinde im Blick zu haben. Gewiss ist es ja so, dass sie das Gemeindeleben vor Ort trägt und gestaltet. Aber gleich notwendig ist es, alle Welt im Blick zu haben und die Sicht immer wieder zu weiten. Papst Franziskus rät uns immer wieder bis an die Peripherie zu gehen, an die Grenzen und Ränder. Bisweilen liegen die Grenzüberschreitungen und Randerscheinungen schon ganz nah am und im Kern, wenn Unbeliebtes tagtäglich zu tun ist oder das beiseitegeschobene Problem auf der langen Bank liegt. Und wieder ein Zuspruch, wie es auch steht um meine Verfasstheit und meine Stimmung: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

Frohe Botschaft ist zuerst Zuspruch. Ich wünsche Ihnen, die Sie heute beauftragt werden und uns allen, die wir im Dienst des Evangeliums stehen, dass wir zunächst immer den Zuspruch für unser eigenes Leben hören. Wer ihn nicht für sich hört, wird ihn schwerlich weitergeben können. Ansprüche und Belastungen werden kommen. Sie sind nur dann erträglich und tragbar, wenn ich mich selbst gehalten und getragen weiß von dem, der mich „aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat“ (1 Petr. 2,9). Das schenkt Zuversicht und Stärke, macht froh und zufrieden. In Taufe und Firmung wurden uns diese Gaben zugesprochen. Wo die Freude am Herrn in Ihnen stark ist, können Sie sich der Aufgabe stellen, Zeuginnen und Zeugen der Frohbotschaft von der Nähe Gottes zur Welt zu sein. Amen.

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