Würzburg (POW) An Pfingsten feiert die Kirche weltweit die Sendung des Heiligen Geistes. Diözesanadministrator Weihbischof Ulrich Boom zelebriert am Pfingstsonntag, 20. Mai, um 10 Uhr im Würzburger Kiliansdom ein Pontifikalamt zum Hochfest Pfingsten. „Das Pfingstfest ist die Aussendungsfeier der Kirche. Eben nicht Rückzug aus den Problemen, die es in der Welt gibt, sondern Einzug in die Welt und auf das Leben zugehen, wie es nun einmal ist“, sagt Weihbischof Boom. Konzert- und Aufbauchor der Mädchenkantorei und die Camerata Würzburg bringen die „Missa Popularis“ von Mårten Jansson und die „Cantique de Jean Racine op. 11” von Gabriel Fauré zur Aufführung. Die Pontifikalvesper mit Weihbischof Boom am Pfingstsonntag im Dom beginnt um 17 Uhr. Am Pfingstmontag, 21. Mai, um 10 Uhr singt die Frauenschola „Vox anima“ die Choralmesse „De Angelis“ und ein Choralproprium.
Zum Pfingstfest bittet Weihbischof Boom um großzügige Spenden für die Solidaritätsaktion „Renovabis“. Sie steht unter dem Leitwort „miteinander.versöhnt.leben. – Gemeinsam für ein solidarisches Europa!“. Die Kollekte findet in den Pfingstgottesdiensten statt. Besonders im Blick sind in diesem Jahr die Verständigung und Versöhnung innerhalb der Partnerländer wie auch zwischen den Völkern im Osten und im Westen Europas. Bis heute würden viele Schatten der Vergangenheit das Miteinander in Europa belasten. Neue Spannungen und Konflikte seien hinzugekommen. Projekte im Bildungsbereich, Begegnungsmaßnahmen, die Förderung von Jugendarbeit und Freiwilligeneinsätzen in osteuropäischen Ländern, die Unterstützung partnerschaftlichen Engagements von Gemeinden und Schulen sowie ökumenische Initiativen trügen zu Verständigung und Versöhnung bei.
Zur Einstimmung auf das Pfingstfest lädt die Würzburger Dommusik am Samstag, 19. Mai, um 19 Uhr zum Abschlusskonzert der „Orgel-Trilogie“ im Kiliansdom. Matthias Querbach, Kirchenmusiker und musikalischer Leiter der Würzburger Bachtage, spielt an der Klais-Orgel Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Nicolas de Grigny. Karten zum Stückpreis von acht Euro, ermäßigt sechs Euro, sind bei der Dom-Info, Domstraße 40 in Würzburg, Telefon 0931/38662900, sowie an der Konzertkasse erhältlich. Die Abendkasse öffnet 30 Minuten vor Konzertbeginn.
Aktuelles Lexikon
Das Pfingstfest kann als das „Gründungsfest“ der Kirche verstanden werden: Die Jünger erfahren, dass der von Jesus zugesagte Heilige Geist tatsächlich spürbar wird. Durch die Geistsendung wächst in ihnen der Mut, von Jesus und seinem Handeln in aller Welt zu erzählen und nach seinem Vorbild zu leben. Das Wort Pfingsten kommt vom griechischen Wort „pentecoste“ und bedeutet „50. Tag“. Dass die Christen das Pfingstfest 50 Tage nach Ostern feiern, ist kein Zufall: Sieben Wochen nach Pessach feiern die Juden „Shawuot“, das „Wochenfest“. Es findet seinen Ursprung in einem Erntefest, bei dem Gott für die erste Ernte gedankt wird. Gleichzeitig gilt es auch als Fest des Bundesschlusses Gottes mit seinem Volk. Nach dem Auszug aus Ägypten zog das Volk, geführt von Moses, durch die Wüste, um am Berg Horeb im Sinai-Gebirge mit Gott den Bund zu schließen und sein Volk zu werden.
„Shawuot“ ist mit Pessach und dem Laubhüttenfest eines der drei großen Wallfahrtsfeste im jüdischen Kalender. Tausende von Juden aus den umliegenden Ländern pilgerten zum Tempel nach Jerusalem. Daher hielten sich dort zur Zeit des christlichen Pfingstereignisses viele fremde Menschen auf. Das geistbegabte Reden der Jünger in fremden Sprachen, von dem die Apostelgeschichte berichtet, erhält vor diesem Hintergrund seinen Sinn. In historischen Quellen wird Pfingsten schon im zweiten Jahrhundert als christliches Fest erwähnt. Im Jahr 425 wurde es allgemein als Hochfest eingeführt und erhielt eine eigene Oktav, eine achttägige Festwoche, die am Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitssonntag, endet.
Bei den Pfingstbräuchen, die sich im Laufe der Geschichte herausgebildet haben, steht vielfach die Bitte um den Heiligen Geist im Mittelpunkt. Zugleich imitieren und verdeutlichen sie in den „Heischebräuchen“, bei denen von Haus zu Haus gezogen und eine Gabe erbeten und daraufhin empfangen wird, das Jesuswort: „Wer bittet, dem wird gegeben werden.“ Im Bewusstsein der Menschen war Pfingsten zudem schon immer ein fröhliches Fest, wobei die Freude durch mancherlei Spiele zum Ausdruck gebracht wurde, mit Musik und Tanz, Jahrmärkten und Ritterspielen, Pfingstritten und -spielen.
(2118/0501; E-Mail voraus)
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